
Master & its Servants - The Entangled Web Between the Serbian Secret Service, Organized Crime & Paramilitary Units in the Yugoslav Conflict
Wie in den meisten Ländern des ehemaligen Warschauer Paktes oder Osteuropas mit einem sozialistisch-kommunistischen Regime war auch im ehemaligen Jugoslawien die Entstehung von Gruppen der organisierten Kriminalität ein direktes Produkt der staatlichen Sicherheitsdienste von autoritären Regimen im Niedergang. Die Wurzeln der meisten dieser Gruppen sind in der Verbindung der staatlichen Sicherheits- oder Geheimpolizei mit dem kriminellen Milieu zu finden.
Die formale Praxis der Beschäftigung von Berufsverbrechern für staatliche Operationen, die von diesen obskuren Staatsdiensten organisiert und unterstützt werden, hat sich seit den Anfängen der sozialistischen/kommunistischen Regime etabliert und wird auch heute noch praktiziert. Die Nutzung einer ansonsten problematischen sozialen Schicht am Rande der sozialistischen Gesellschaften beruhte für das Regime auf dem Prinzip ?Gleiches heilt Gleiches'. Mit dieser Methode setzte der Staatssicherheitsdienst im ehemaligen Jugoslawien Berufsverbrecher für die Beseitigung politischer Dissidenten und ?Feinde des Sozialismus“ ein und nutzte deren Dienste zur Erzielung illegaler Gewinne für seine Finanzierung.
Als das Milosevic-Regime an die Macht kam, wechselte der Dienst lediglich seinen „Herrn“, aber die Methode blieb dieselbe. Berufsverbrecher wurden rekrutiert, um sich einer so genannten ?Freiwilligeneinheit“ anzuschließen oder sie zu leiten.
Oft tauschten diese Kriminellen ihre Zeit im Gefängnis gegen eine Zeit auf dem Schlachtfeld ein. Die serbischen Kriegsherren waren in der Lage, die politischen Ziele des Belgrader Regimes zu verwirklichen, und erhielten im Gegenzug freie Hand bei der Plünderung und der Entwicklung des illegalen Handels. Als feudale Vasallen tauschten sie ihre Dienste gegen die Privilegien ein, die sie vom Staat erhielten.
Von den Rändern der Gesellschaft, gestärkt durch die Kriminalität, unterstützt durch die Medien, die voll und ganz von der Gewalt profitierten, stiegen sie zu den höchsten Gipfeln der serbischen Gesellschaft auf. Ziel dieses Buches ist es, den Aufstieg der serbischen Kriegeraristokratie darzustellen.