Bewertung:

Das Buch ist eine gut ausgearbeitete Biografie des Komponisten Claude Debussy, die persönliche Einblicke, detaillierte Erzählungen über sein Leben und kontextbezogene Informationen über die Epoche miteinander verbindet. Der Autor nutzt verschiedene Quellen, darunter auch Briefe, um Debussys Geschichte und die Kultur seiner Zeit zum Leben zu erwecken, was das Buch zu einer fesselnden Lektüre sowohl für Musikliebhaber als auch für allgemeine Leser macht. Einige Rezensenten fanden jedoch, dass der Fokus von Debussy selbst auf die Menschen in seinem Umfeld abschweift, was von der zentralen Erzählung ablenken könnte.
Vorteile:Fesselnd erzählt, schön geschrieben, erweckt Debussys Leben und seine Musik zum Leben, enthält interessante Einblicke in seine Beziehungen und den kulturellen Kontext der Zeit, sehr empfehlenswert für alle, die sich für Musik und speziell für Debussy interessieren.
Nachteile:Nicht auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, einige Abschnitte konzentrieren sich eher auf Mini-Biografien von Debussys Bekannten als auf ihn selbst, und es gibt Hinweise darauf, dass Debussys Musik teilweise nicht direkt besprochen wird.
(basierend auf 17 Leserbewertungen)
Afternoon of a Faun: How Debussy Created a New Music for the Modern World
Claude Debussy war der Vater der Moderne in der klassischen Musik. Seine Innovationen gaben Strawinsky, Schönberg und Bartók die Freiheit, ihre ikonoklastischen Werke zu schreiben, und seine harmonischen Erfindungen sind noch immer im amerikanischen Jazz zu hören.
Obwohl er zu den überzeugendsten Persönlichkeiten der Belle Époque gehörte, ist sein Leben außer in der Wissenschaft kaum bekannt, und von seinem beachtlichen musikalischen Werk sind nur Prelude to the Afternoon of a Faun, La mer und Clair de lune weithin bekannt. Harvey Lee Snyder begegnet dieser kulturellen Vernachlässigung, indem er den Komponisten und seine Musik ohne Fachjargon oder biografische Belanglosigkeiten in einer detailreichen, genauen Erzählung vorstellt, die sich wie ein Roman liest. Dies ist die Geschichte eines armen, ungebildeten Pariser Jungen, der im Alter von zehn Jahren durch merkwürdige Zufälle an das Pariser Konservatorium gelangt.
Hier ist ein brillanter Mann, der darum kämpft, eine Tonsprache zu erfinden, mit der er seine einzigartige musikalische Vision ausdrücken kann, und der seine Inspiration nicht in Bach und Beethoven, sondern in Mallarmés Poesie und den Gemälden von Whistler und Turner findet; ein Mann, der entschlossen ist, die zwei Jahrhunderte währende germanische Vorherrschaft in der europäischen Musik zu beenden. Er ist ein zurückgezogener, sanfter Mann, dessen fehlgeleitete Liebesaffären in Skandalen und Verachtung endeten.
Seiner harten Arbeit gelang es nicht, die jahrzehntelange Armut und Verschuldung zu beenden, doch als er 1918 starb, war und ist er der bedeutendste französische Komponist des 20. Jahrhunderts.