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Subject to Reality: Women and Documentary Film
Revolutionäres Denken über Geschlecht und Ethnie verschmolz mit neuen Filmtechnologien und leitete in den 1970er Jahren eine Welle von Frauendokumentarfilmen ein. Angetrieben von den verschiedenen Versprechungen des Feminismus der zweiten Welle glaubten aktivistische Filmemacherinnen, dass authentische Geschichten über Frauen mehr Menschen für die bevorstehende Revolution begeistern würden. Doch ihre Filme verschwanden bald in der Versenkung.
Shilyh Warren erschließt diese wenig erforschte Periode neu und verbindet sie mit einer vernachlässigten Ära des Frauenfilmschaffens, die von 1920 bis 1940 stattfand, einer weiteren Schlüsselperiode des Denkens über Dokumentarfilm, Ethnie und Geschlecht. Indem sie die kulturellen Ausdrucksformen von Frauen in diesen beiden explosiven Zeiten ins Gespräch bringt, überdenkt Warren wichtige Debatten über Subjektivität, Feminismus, Realismus und Dokumentarfilm und deren dauerhafte erkenntnistheoretische und materielle Konsequenzen für den Film und die feministischen Studien. Sie gräbt auch die verloren gegangene ethnografische Geschichte des weiblichen Dokumentarfilms in der früheren Ära aus und erforscht das politische und ästhetische Erbe dieser Filme in explizit feministischen Perioden wie den siebziger Jahren.
Subject to Reality ist voll von herausfordernden Einsichten und neuen Lesarten und wirft Licht auf eine tiefgreifende und unerforschte Geschichte des feministischen Dokumentarfilms, während es gleichzeitig seinen Einfluss auf die Filmemacher von heute offenbart.