Bewertung:

Das Buch von Steven Moore ist ein umfassendes und ansprechendes Hilfsmittel für Literaturliebhaber, das eine globale Perspektive auf Romane aus einem einzigartigen Blickwinkel bietet. Es wird jedoch kritisiert, dass es dem Autor an formaler akademischer Strenge mangelt, und es ist enttäuschend, dass keine weiteren Bände geplant sind.
Vorteile:⬤ Bemerkenswert gut lesbare und umfassende Quelle
⬤ Globale Perspektive, die vereinfachte Ansichten über Literatur in Frage stellt
⬤ Fesselnder Schreibstil, der lehrt, ohne pedantisch zu sein
⬤ Bietet eine kuratierte Leseliste, die zu weiteren Erkundungen anregt
⬤ Hebt erfolgreich weniger bekannte Werke hervor und bietet fundierte Urteile über bekannte Texte.
⬤ Es sind keine weiteren Bände geplant, was das Potenzial der Reihe einschränkt
⬤ Dem Autor fehlt die akademische Legitimation einiger anderer Literaturwissenschaftler
⬤ Manche Leser könnten seine Vorurteile als störend oder unangemessen empfinden.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
The Novel: An Alternative History, 1600-1800
Preisträger des Christian-Gauß-Preises 2014 für herausragende Literaturwissenschaft der Phi Beta Kappa Society.
Nachdem der Literaturhistoriker Steven Moore in seinem vorherigen Buch die frühesten Romane der Welt ausgegraben hat, erforscht er in dieser Fortsetzung die bemerkenswerte Blüte des Romans zwischen 1600 und 1800 - von Don Quijote bis zu Amerikas erstem großen Roman, einer Hommage an Cervantes mit dem Titel Modern Chivalry.
In diese Zeit fallen Klassiker wie Tom Jones, Candide und Gefährliche Liebschaften, aber neben den rund ein Dutzend anerkannter Klassiker gibt es Hunderte weiterer interessanter Romane, die damals erschienen und nur Spezialisten bekannt sind: Spanische Schelmenromane, französische Heldenromane, gewaltige chinesische Romane, japanische Graphic Novels, exzentrische englische Romane und die frühesten amerikanischen Romane. Diese kleineren Romane sind nicht nur für sich genommen interessant, sondern liefern auch den Kontext, den man braucht, um zu verstehen, warum die großen Romane so bahnbrechend waren.
Der Roman erlebte in diesen Jahrhunderten einen explosionsartigen Aufschwung, als Romanautoren mit verschiedenen Formen und Genres experimentierten: Briefromane, Liebesromane, Gothic-Thriller, Romane in Versen, Parodien, Science-Fiction, episodische Road-Trips und Familiensagas sowie skurrile, nicht klassifizierbare belletristische Experimente, die zeitgenössischen, avantgardistischen Werken ähneln. Wie in seinem Vorgängerband hebt Moore die Innovatoren und Vorreiter hervor, diejenigen, die den Roman am Leben erhalten haben.
Wie sein Vorgänger ist auch diese Fortsetzung eine "schwungvolle, enzyklopädische, rechthaberische und umwerfend frische Geschichte der 'elastischsten' aller literarischen Formen" (Booklist).