
Victory at Home
Victory at Home ist zugleich eine institutionelle Geschichte der War Manpower Commission des Bundes und eine Sozialgeschichte der Arbeitskräfte des Südens im Zuständigkeitsbereich der Kommission. Charles D. Chamberlain untersucht, wie die Arbeiterfamilien des Südens die rasche Industrialisierung der USA während des Krieges und die verstärkte Präsenz des Bundes nutzten, um in der chronisch armen Region eine nie dagewesene wirtschaftliche, soziale und geografische Mobilität zu erreichen.
Chamberlain untersucht, wie Kriegsarbeiter, schwarze Führer, weiße Eliten aus dem Süden, liberale New Dealers, Industrielle, die nicht aus dem Süden stammen, und andere die Kriegsmobilisierung der Bundesregierung nutzten und gestalteten, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Er zeigt zum Beispiel, wie afroamerikanische, lateinamerikanische und weiße Arbeiter über Kirchen, Gewerkschaften, Bundesbehörden, die NAACP und die Urban League arbeiteten und dabei eine Vielzahl von Strategien einsetzten, die von gewerkschaftlicher Organisierung und direkten Protestaktionen bis hin zu Jobshopping und Migration reichten. Chamberlain achtet darauf, die Arbeiterszene der Südstaaten während des Krieges nicht in monolithischen Begriffen darzustellen. Er erörtert zum Beispiel Konflikte zwischen rassischen Gruppen innerhalb der Gewerkschaften und Unzulänglichkeiten zwischen den nationalen Richtlinien der War Manpower Commission und ihrer lokalen Umsetzung.
Victory at Home ist ein wichtiges neues Werk zur Wirtschafts- und Industriegeschichte des Südens und hat auch Auswirkungen auf die Vorgeschichte der Bürgerrechtsrevolution und der massiven Widerstandsbewegung der 1960er Jahre. Wie Chamberlain deutlich macht, nutzten afroamerikanische Arbeiter die während des Krieges entstandene Koalition aus Gewerkschaften, Kirchen und Bürgerrechtsorganisationen, um die Segregation und Entrechtung im Nachkriegssüden zu bekämpfen.