
The Still Arrow: Three Attempts to Annul Time
Elvio Fachinelli war ein führender italienischer Psychoanalytiker der 1960er und 1980er Jahre, dessen klinische, theoretische und radikale Arbeit weit über sein Fachgebiet hinaus Beachtung fand. Mit "Der stille Pfeil" leitete Fachinelli eine interdisziplinäre Untersuchung ein, die von der Anthropologie über die Politik und die Geschichte der Religionen bis hin zur Ideologiekritik reicht. Vom psychoanalytischen Standpunkt aus gesehen ist die individuelle Zwangsneurose fest mit einem Prozess der Ablehnung des Todes verbunden. Fachinelli vertrat jedoch die Ansicht, dass ähnliche Zeitverarbeitungen auch auf Gruppenebene in unterschiedlichen sozialen und historischen Kontexten zu finden sind, beispielsweise in der archaischen Verwandlung der Toten in Ahnen und in dem, was er "das faschistische Phänomen" nannte.
Das 1979 auf Italienisch verfasste Buch zeigt die eklektische Methodik Fachinellis, die als Vorläufer des Werks von Slavoj Zizek gilt. Fachinelli unterscheidet sich von Freuds Versuch in Totem und Tabu, individuelle psycho-libidinale Zwangslagen mit denen ganzer Gesellschaften gleichzusetzen, und er weist auf einen unüberbrückbaren Unterschied zwischen beiden hin. Gleichzeitig bleibt dieser Unterschied für Fachinelli immer ein gradueller, nicht ein prinzipieller. Er geht vielen Fragen zur Zeit nach, etwa der Frage, ob die Geschichte nicht nur die Summe aller möglichen, sondern auch aller unmöglichen Geschichten ist.
Diese erste englische Übersetzung von Fachinellis Werk, Der stille Pfeil, macht eine wichtige kritische europäische Stimme einem größeren Leserkreis zugänglich.