
The Unlikely Futurist: Pushkin and the Invention of Originality in Russian Modernism
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts schloss sich in Moskau eine Gruppe von Schriftstellern zusammen, um völlig neue Ausdrucksformen zu schaffen. Diese als Futuristen bekannten Avantgarde-Künstler zeichneten sich dadurch aus, dass sie die Kunst des Skandals beherrschten und geliebte Ikonen schockierend anprangerten. Mit Publikationen wie A Slap in the Face of Public Taste schlugen sie vor, Aleksandr Puschkin, den Begründer der russischen Literatur, von Bord ihres Dampfers der Moderne zu werfen.
Anhand systematischer und detaillierter Lektüre futuristischer Texte bietet James Rann die erste umfassende Studie über die Spannungen zwischen der unverblümten literarischen Gruppe und dem großen Nationaldichter. Er beobachtet, wie sich die Mitglieder der Bewegung mit einem neuen Puschkin auseinandersetzten und ihn erfanden, der abwechselnd zu einem Gründungsvater wurde, gegen den man rebellierte, zu einer Inspirationsquelle, aus der man schöpfen konnte, zu einem Propheten, der die Zukunft voraussah, und zu einem Denkmal, das man wiederbeleben wollte.
Ranns Analyse trägt zum Verständnis sowohl der Futuristen als auch von Puschkins komplexem Erbe bei. Der unwahrscheinliche Futurist ist für Slawisten interessant, insbesondere für diejenigen, die sich für Literatur und Modernismus interessieren.