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The Way of the Cross: Suffering Selfhoods in the Roman Catholic Philippines
Jedes Jahr in der Karwoche unterziehen sich in der philippinischen Provinz Pampanga Hunderte von Männern und Frauen qualvollen, selbst zugefügten Schmerzen, die an den Kreuzweg erinnern: die Qualen und die Kreuzigung, die Christus in den letzten Tagen seiner irdischen Existenz erduldete. Da diese Passionsrituale von der römisch-katholischen Kirche auf den Philippinen offiziell abgelehnt werden, werden sie von den meisten Beobachtern als irrationale und extremistische Nachahmung der schmerzhaften Tortur Christi angesehen. Selbst Wissenschaftler stellen sie üblicherweise als theatralisches "Spektakel" oder makabre Beispiele philippinischer "Volksreligion" dar. Doch unter welchen Bedingungen sind die Ritualdarsteller in der Lage, sich solch extremen Schmerzen auszusetzen? Welche Rechtfertigungen geben sie an, um gegen offizielle Verbote zu verstoßen? Welche Ziele verfolgen sie, wenn sie die christliche Frömmigkeit auf diese Weise kanalisieren?
Dieses Buch geht diesen Fragen nach, indem es drei miteinander verbundene rituelle Handlungen eingehend analysiert: die pabasa, ein tagelanges gemeinsames Singen der Passionsgeschichte Christi.
Die pagdarame, die öffentliche Selbstgeißelung von Hunderten von Anhängern.
Und das pamamaku king krus, bei dem Stahlnägel durch die Handflächen und Füße der Ritualteilnehmer getrieben werden, als Teil eines Straßenspiels, das vor Zehntausenden von Zuschauern aufgeführt wird. Der Autor Julius Bautista weist darauf hin, dass solche rituellen Handlungen die verkörperte Körperlichkeit eines leidenden Selbst zum Ausdruck bringen, die den Ausdruck von Gefühlen wie Mitleid, Empathie, Vertrauen und Trauer erleichtert. Indem er diese nach außen gerichteten menschlichen Empfindungen als Quellen rituellen Handelns hervorhebt, zeigt er, dass Passionsrituale Neuinterpretationen der Idee und Erfahrung von Schmerz, Not und Leid sind und auf einem Appell an eine bestimmte Art göttlicher Nähe beruhen.
Der Autor stützt sich auf ein Jahrzehnt eingehender und oft exklusiver Interviews mit einer Vielzahl lokaler Akteure - darunter Ritualpraktiker, Kleriker, Wissenschaftler und Regierungsbeamte - sowie auf seine eigene Teilnahme an einem Passionsspiel. Ethnografische Erkenntnisse werden neben primären und sekundären Archivquellen berücksichtigt, darunter unveröffentlichte, lokal produzierte mündliche Geschichtsberichte und eine Übersicht über die einschlägige Medienberichterstattung. Der Kreuzweg leistet einen willkommenen Beitrag zur Religionsanthropologie, indem er die einzigartigen ontologischen Kontexte untersucht, in denen rituelle Akteure die Beteiligung Gottes an ihrem Leben erfahren.