
The Wizard, the Egg and Fitcher's Bird: Returning Spiritual Life to Nature in the Individuation of Women
Der Animus ist nach wie vor eine rätselhafte, unverstandene Kraft in der weiblichen Psychologie, aber das Märchen "Der Vogel des Fitchers" bringt seine ambivalente, zauberhafte Macht und seine psychischen Ziele als Geist der Individuation ans Licht und greift dabei auf eine reiche alchemistische Symbolik zurück. Das Märchen und sein alchemistischer Hintergrund werden mit Träumen und psychischen Bildern aus dem Leben mehrerer Frauen beleuchtet, deren Geschichten uns helfen, den tiefgreifenden persönlichen und archetypischen Wert der kreativen Auseinandersetzung mit dem Animus zu verstehen.
Wie der alchemistische Naturgott Mercurius ist auch der Animus eine Lebenskraft, ein Archetyp mit zwei Seiten. Seine negative Seite wird in "Der Vogel des Fitchers" durch die langjährige Fähigkeit eines Zauberers symbolisiert, Jungfrauen aus ihren Elternhäusern zu entführen, indem er sich als Bettler verkleidet und an ihre Nächstenliebe appelliert. Er zeigt eine perverse Dominanz über das Weibliche, die sich im Laufe der Jahrtausende in unseren traditionellen Einstellungen verfestigt hat, und ergreift von den Frauen Besitz, indem er sie an diesen Einstellungen teilhaben lässt. Der Zauberer nimmt sie mit in sein großes Haus im Wald und verspricht den jungen Frauen Reichtümer für ihren Gehorsam. Doch wie die Ehefrauen von Blaubart betreten die Jungfrauen den einen verbotenen Raum und werden abgeschlachtet - in "Fitcher's Bird" werden sie in Stücke gehackt.
Nur eine Maid ist klug genug, das Geschenk zu beachten, das der Zauberer ihr macht - ein einfaches Ei, das den Prozess der Individuation symbolisiert, wenn ein Ich eine Beziehung zum Unbewussten aufbaut. Indem sie sich auf das Ei konzentriert, erlöst die Heldin ihre Schwestern und erscheint am Ende der Erzählung als der wundersame Vogel des Fitchers - ein Bild für das archetypische Weibliche, das von Zerstückelung und Verschwinden erlöst wurde.