Bewertung:

Das Buch „The One Who's Gonna See You Through“ von John Steven Welch beschreibt die emotionale Reise von GJ, einem jungen Schwarzen, der in den 1950er und 1970er Jahren in einer nicht-traditionellen Familie aufwächst. Die Geschichte erforscht Themen wie Widerstandsfähigkeit, Identität und Akzeptanz, während GJ seine Beziehungen zu seiner alkoholkranken Mutter und seinem hingebungsvollen Vater meistert. Die Erzählung bietet den Lesern ein tiefes Verständnis für Intersektionalität, Ethnie, Sexualität und familiäre Bindungen und feiert schließlich die Reise des Protagonisten zu Selbstakzeptanz und Liebe.
Vorteile:Der Roman ist gut geschrieben und emotional eindringlich, mit fesselnden Charakteren und einer einzigartigen Perspektive auf die Familiendynamik. Er stellt Stereotypen in Frage und bietet eine reichhaltige Erkundung von Identität und Akzeptanz, die beim Leser durch seine Themen der Widerstandsfähigkeit und emotionalen Tiefe ankommt. Die Entwicklung der Charaktere, vor allem von GJ und seinem Vater, ist tiefgründig, und die Erzählung fesselt den Leser, was sie zu einer nachdenklich stimmenden Lektüre macht.
Nachteile:Einige Leser empfanden die Dialoge manchmal als unbeholfen und gestelzt, was dem Gesamterlebnis abträglich sein könnte. Der Anfang des Buches fühlt sich im Vergleich zu den späteren Abschnitten nicht so deutlich an, was zu anfänglichem Desinteresse führen kann. Außerdem sind die schwerwiegenden Themen zwar fesselnd, können aber für manche Leser eine Herausforderung darstellen, da sensible Themen und emotionale Kämpfe angesprochen werden.
(basierend auf 102 Leserbewertungen)
The One Who's Gonna See You Through
Die Familie von GJ ist eine Anomalie. Samuel, sein ungebildeter, kräftiger Vater, der für seine Muskelkraft und gewalttätige Aggression respektiert wird, agiert als gewissenhafter, fürsorglicher Alleinerziehender, der seinen kleinen Sohn in den 1950er Jahren aufzieht, als Männer noch nicht die Hauptbezugspersonen ihrer Kinder waren. Trotz der typisch schwarzen Männlichkeit seines Vaters versteht er intuitiv, dass das Schwulsein seines Sohnes angeboren ist. GJs Mutter, ein Kind der privilegierten schwarzen Mittelschicht aus den benachbarten Vororten, ist ein abwesender Elternteil, der sich hauptsächlich mit dem Leben im Wohnheim beschäftigt, das aus Alkohol und Verwahrlosung besteht.
GJs junges Leben schreitet voran, und er wird in Umstände hineingestoßen, die sowohl vertraut als auch gewaltsam surreal sind, vom typischen Mobbing bis hin zur Verteidigung seines Vaters als Hauptzeuge in einem Mordprozess. Bunte Charaktere wie der wilde Onkel NapPo, die scheinbar unerschütterliche Miss Carrie und der Arbeitgeber seines Vaters, der neugierige Mr. Blu, zeigen ihm, wie komplex das Leben ist.
Der Junge mit den großen Augen wächst in seinen Teenager- und Zwanzigerjahren heran und wird insgesamt zum Opfer, geliebt und aufgeklärt, wodurch er die ganze Bandbreite des schwulen Lebens kennenlernt. Als jugendlicher Partner eines Mannes in den Dreißigern lernt GJ die Kultur und die Codes der isolierten schwarzen Schwulenbar-Szene Washingtons kennen. Während GJ beginnt, sein schwules Leben zu genießen, und immer selbstbewusster mit seiner schwulen Identität und der Unkonventionalität seiner Familie umgeht, stellt er sich selbst immer wieder in Frage und kämpft mit Selbstzweifeln und Bedenken, ob er in die Normen der schwarzen Respektabilität oder in die Welt des Mainstreams passt. GJs erwachsene Existenz und sein frühes Berufsleben erstrecken sich auf die integrierte Welt der Schwulenbars am Dupont Circle und der professionellen Büros in Georgetown, wo er die Liebe seines Lebens und seine Seelenverwandte findet.
The One Who's Gonna See You Through ist ein Werk, das die Kluft zwischen Werbung und Literatur überbrückt. Das homosexuelle Thema zwischen den Rassen wird hier selten erforscht, und die Konstellation abwesende Mutter/liebender Vater bringt eine andere Sichtweise in dieses Werk. Die Herangehensweise an die Geschichte in The One Who's Gonna See You Through lässt die bekanntere Trope des wütenden, schwarzen, homophoben Vaters beiseite und verlässt die eher ausgetretene Storyline der unerschütterlichen, alleinstehenden schwarzen Mutterschaft. Am Ende der Geschichte erkennt GJ, dass die frühe und unschätzbare Akzeptanz des Andersseins durch seinen Vater den Grundstein für das Glück und die Verwirklichung gelegt hat, die er im Laufe seines Lebens als schwuler Mann erfahren hat. Er beschließt in sich selbst, dass er endlich seine Legitimität als Schwarzer und als Mann der oberen Mittelschicht akzeptieren muss.