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Creating Germans Abroad: Cultural Policies and National Identity in Namibia
Als der Erste Weltkrieg die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia beendete, blieb ein Großteil der deutschen Bevölkerung im Land. Die deutsche Gemeinschaft, die es geschafft hatte, mit der Kolonialverwaltung zurechtzukommen, sah sich neuen Herausforderungen gegenüber, als die Region 1919 im Rahmen des Völkerbundes zum südafrikanischen Mandatsgebiet wurde. Eine davon war die Frage des Deutschseins, die schließlich zu öffentlichen Gesprächen und Identitätsbekundungen führte.
In „Creating Germans Abroad“ untersucht Daniel Walther diesen Diskurs und liefert erstaunliche neue Erkenntnisse über den Charakter der deutschen Bevölkerung sowohl in Deutschland als auch in seiner ehemaligen Kolonie Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Neben dem deutschen Kolonialismus befasst sich Walther auch mit Fragen der Ethnie, der Klasse und des Geschlechts sowie mit den Aktivitäten von Minderheitengruppen. Er bietet neue Perspektiven auf die deutsche kulturelle und nationale Identität während des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und des Dritten Reichs.
In einem größeren Kontext dient „Creating Germans Abroad“ als Modell für die Untersuchung der Strategien und Motivationen von Gruppen und Einzelpersonen, die sich mit nationalem oder ethnischem Engineering beschäftigen, und zeigt, wie unvorhergesehene Umstände die Art und das Ergebnis dieser Bemühungen beeinflussen können.