
Deza and Its Moriscos: Religion and Community in Early Modern Spain
Bainton-Preis für Geschichte und Theologie Ehrenvolle Erwähnung.
Deza and Its Moriscos (Deza und seine Morisken) befasst sich mit einem Widerspruch in der spanischen Geschichtsschreibung der Frühen Neuzeit: ein wachsendes Bewusstsein für die Bedeutung der Morisken in der spanischen Gesellschaft und Kultur und gleichzeitig ein Mangel an Wissen über Einzelpersonen oder lokale Gemeinschaften. Durch die Neubewertung von Schlüsselelementen der religiösen und sozialen Geschichte des frühneuzeitlichen Spaniens anhand der Erfahrungen der kleinen kastilischen Stadt Deza unterstreicht Patrick J. O'Banion die Bedeutung der lokalen Geschichte für das Verständnis großer historischer Ereignisse und fordert die Wissenschaftler auf, neu zu überdenken, wie marginalisierte Menschen in der Vergangenheit ihre Macht ausübten.
Moriscos, getaufte Muslime und ihre Nachkommen, wurden am Ende des Mittelalters unter Druck gesetzt, zum Christentum zu konvertieren, aber ihre Massentaufen führten zu Befürchtungen über fortbestehende krypto-islamische Aktivitäten. Viele politische und religiöse Autoritäten und auch viele Nachbarn der Moriscos kamen zu dem Schluss, dass die Konvertierungen zu falschen Christen geführt hatten. Zwischen 1609 und 1614 wurden daher fast alle spanischen Morisken - etwa dreihunderttausend Menschen - aus ihrem Heimatland vertrieben.
Im Gegensatz zu den Annahmen vieler moderner Gelehrter zeigt das reichhaltige Quellenmaterial, dass die moriskische Minderheit der Stadt eine bemerkenswerte soziale, wirtschaftliche und politische Macht ausübte. Diese Studie stützt sich auf eine umfangreiche Sammlung von Archivmaterial und frühen Druckwerken und beleuchtet interne Konflikte, externen Druck durch die Inquisition, den Episkopat und die Krone sowie die Möglichkeiten und Grenzen des ausgehandelten Gemeinschaftslebens zu Beginn der Neuzeit.