
The omnipresent emptiness in Samuel Beckett's Waiting for Godot""
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Anglistik - Literaturwissenschaft, Note: 1,6, Universität Mannheim, Sprache: Deutsch: Englisch, Beschreibung: Unverständnis und Verwirrung sind häufige Reaktionen auf die Theaterstücke von Samuel Beckett. Das Bemühen des Publikums, der Handlung einen Gesamtsinn zu entnehmen, scheitert meist. Das liegt daran, dass auf der Bühne alle Konzepte, auf die wir uns normalerweise verlassen, zusammenbrechen.
Sie verlieren ihre Bedeutung. Dazu gehören beispielsweise "der Glaube an Gott, an die Einheit der Welt (und) an die Wissbarkeit der Erfahrung" (Connor, 3). Das Publikum ist nicht mehr in der Lage, auf vertraute Erfahrungen zurückzugreifen, um eine Interpretation zu finden. Die Folge ist eine innere Leere. Nach Beckett und den anderen Autoren des so genannten Absurden Theaters ist die innere Leere eine Grunderfahrung des täglichen Lebens. Vor dem Hintergrund der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs glauben sie, dass unsere Welt von Auflösung geprägt ist (vgl. Esslin 1991, 43). Die Begriffe, an die wir glauben, sind lediglich zu Illusionen geworden. Wir klammern uns an sie, um der Wahrheit zu entgehen: Wir sind allein gelassen in einer leeren Welt. Beckett teilt diese Ansicht mit mehreren philosophischen Bereichen. Dennoch ist er eindeutig kein Philosoph. Beckett selbst betont, dass er "die Unterscheidung zwischen Sein und Existenz nie verstanden hat" (P. J. Murphy zitiert in Barfield, 155). Dies scheint jedoch nicht ganz zuzutreffen, da er diese Begriffe ebenso wie das philosophische Problem der inneren Leere in sein Werk einbezieht. Doch im Gegensatz zu Sartre und Camus präsentiert Beckett keine Lösung für dieses Problem (vgl. Cormier & Pallister, 3f). Dennoch stellt Martin Esslin fest, dass sich philosophische Probleme in den Stücken des Absurden Theaters im Allgemeinen besser ausdrücken lassen als in den Stücken oder Romanen von Sartre und Camus.
Im Gegensatz zu letzterem veranschaulicht das Absurde Theater die Leere nicht nur im Inhalt der Handlung, sondern auch in der Form des Stücks selbst.