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The American Road: Highways and American Political Development, 1891-1956
In The American Road entwickelt Katherine M. Johnson eine kühne neue Theorie darüber, wie das amerikanische Autobahnsystem ein derartiges Ausmaß und eine derartige Komplexität annehmen konnte, indem sie die Entstehung eines mächtigen Verwaltungsapparats im amerikanischen Bundessystem hervorhebt.
Die amerikanische Highway-Bürokratie, die 1914 ausdrücklich gegründet wurde, um in die damaligen Kongressdebatten einzugreifen, bestand aus achtundvierzig staatlichen Highway-Beamten, die in und durch ihren selbstorganisierten Verband, die American Association of State Highway Officials, handelten. Johnsons zentrales Argument ist, dass diese neue Institution im Verhältnis zum amerikanischen Staat eine ähnliche Stellung einnahm wie die politischen Parteien und Gerichte. Die Fähigkeit, sich über eine komplexe Verfassungsordnung hinweg zu organisieren, ermöglichte es ihr, den Zweck und die Zuteilung von Bundesbeihilfen für Autobahnen während des größten Teils des zwanzigsten Jahrhunderts zu kontrollieren.
Johnson untersucht diese neue Konzeption der amerikanischen Highway-Bürokratie und zeigt auf, wo und wie diese außerkonstitutionelle Autorität entstand, sich ausweitete und sich in der Gesetzgebungsgeschichte, den physischen Dimensionen und der geografischen Reichweite des entstehenden Highway-Systems manifestierte. The American Road zeigt, dass alle wichtigen Autobahngesetze, die der Kongress von 1916 bis 1941 verabschiedete, von staatlichen und bundesstaatlichen Autobahnbeamten gemeinsam entwickelt und vorangetrieben wurden.
Sie stützten sich dabei auf die neuen Befugnisse, die ihnen durch das System der Bundeszuschüsse verliehen wurden, das von den staatlichen Gesetzgebern verlangte, einen entsprechenden Zuschuss zu gewähren, und von den lokalen Regierungen, die Kontrolle über Standort- und Gestaltungsentscheidungen abzugeben. Die Fähigkeit, ihre politischen Ziele sowohl durch den Rat von Experten als auch durch den Willen der Bundesstaaten voranzutreiben, sicherte das neue Autobahnprogramm nicht nur gegen die erneute Opposition im Kongress in den 1920er Jahren ab, sondern gewann auch die starke Unterstützung der Kraftfahrzeugindustrie und schuf die Voraussetzungen für noch beeindruckendere politische Erfolge in den 1930er Jahren, als Autobahnen zur größten Kategorie der öffentlichen Notstandsarbeiten des Bundes wurden.
Diese kollektive Autorität erforderte jedoch ein hohes Maß an Konsens, um sie zu sichern und aufrechtzuerhalten, was nicht nur zu einem engen, einheitlichen Ansatz für technische Fragen führte, sondern auch zu einer erstaunlichen Unfähigkeit, auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren. Johnson vervollständigt ihre fesselnde Erzählung, indem sie den Ursprung des Interstate Highway Plans, der erstmals 1939 vorgeschlagen und schließlich 1956 finanziert wurde, in der internen Dynamik und den externen Bedrohungen dieser außerkonstitutionellen Autorität sieht.