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The Arab and Jewish Questions: Geographies of Engagement in Palestine and Beyond
Im Europa des 19. Jahrhunderts wurde der politische Status der jüdischen Gemeinden zur "Judenfrage", da sowohl das Christentum als auch der aufkommende Nationalismus die Juden als den ultimativen Anderen betrachteten. Mit dem Aufkommen des Zionismus wanderte diese "Frage" nach Palästina und verschärfte sich unter der britischen Kolonialherrschaft und nach dem Holocaust. Der Versuch des Zionismus, die "jüdische Frage" zu lösen, führte zu der so genannten "arabischen Frage", die die Präsenz und die Rechte der arabischen Bevölkerung in Palästina betraf. Die meisten jüdischen Siedler leugneten oder verdrängten jedoch die von ihnen geschaffene Frage, zum Nachteil sowohl der Araber als auch der Juden in Palästina und anderswo.
Dieses Buch bringt führende Wissenschaftler zusammen, um zu untersuchen, wie diese beiden Fragen historisch und gegenwärtig miteinander verwoben sind. Es bietet kritische Analysen der arabischen Auseinandersetzung mit der Frage der jüdischen Rechte sowie zionistische und nicht-zionistische jüdische Überlegungen zur palästinensischen Identität und zu politischen Rechten. Gemeinsam zeigen die Aufsätze, dass die arabische und die jüdische Frage und der israelisch-palästinensische Konflikt, in dem sie aufgegangen sind, zur selben dornigen Geschichte gehören. Trotz ihrer großen Unterschiede geht es bei den historischen jüdischen und arabischen Fragen um die politischen Rechte unterdrückter Gruppen und ihre Einbindung in ausgrenzende politische Gemeinschaften - eine Frage, die im Nahen Osten, in Europa und in den Vereinigten Staaten nach wie vor Spannungen hervorruft. Dieses Buch wirft ein neues Licht auf die komplizierten Beziehungen zwischen Orientalismus, Antisemitismus, Islamophobie, Kolonialismus und der ausweglosen Situation im israelisch-palästinensischen Konflikt und zeigt die Untrennbarkeit der arabischen und jüdischen Kämpfe um Selbstbestimmung und politische Gleichheit.
Zu den Autoren gehören Gil Anidjar, Brian Klug, Amal Ghazal, Ella Shohat, Hakem Al-Rustom, Hillel Cohen, Yuval Evri, Derek Penslar, Jacqueline Rose, Moshe Behar, Maram Masarwi sowie die Herausgeber Bashir Bashir und Leila Farsakh.