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The Architecture of Evolution: The Science of Form in Twentieth-Century Evolutionary Biology
In den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts bot das Aufkommen der evolutionären Entwicklungsbiologie (evo-devo) eine revolutionäre neue Perspektive, die die klassische neodarwinistische, genzentrierte Evolutionsforschung veränderte. In The Architecture of Evolution (Die Architektur der Evolution) zeigt Marco Tamborini, wie diese radikale Neuerung durch das weitgehend vergessene Studium der Morphologie ermöglicht wurde.
Trotz der Schlüsselrolle, die die Morphologie bei der Entwicklung der Evolutionsbiologie seit den 1940er Jahren spielte, wurde die Architektur der Organismen von der modernen Evolutionssynthese ausgeschlossen. Jahrhunderts bis in die 1970er und 80er Jahre versuchten die Morphologen zu verstehen, wie Organismen aufgebaut sind und wie organische Formen erzeugt und kontrolliert werden können. Sie glaubten, dass die Erzeugung organischer Formen für das Verständnis der Evolutionsmechanismen unerlässlich sei.
Tamborini untersucht, wie die Entwicklung von Evo-Devo und die jüngste organismische Wende in der Biologie nicht nur die Arbeit von Morphologen, sondern auch von Menschen außerhalb der biologischen Gemeinschaft einschloss, mit denen sie ihre Daten, ihr Wissen und ihre Praktiken austauschten. Gemeinsam mit Architekten und Ingenieuren arbeiteten sie daran, eine mathematische und theoretische Grundlage für das Studium der organischen Form als Konstruktionsweise zu schaffen.
Dabei entwickelten und interpretierten sie wichtige Begriffe, die in den späten 1980er Jahren eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der evolutionären Entwicklungsbiologie spielen sollten. Dieses Buch beleuchtet nicht nur die interdisziplinäre Grundlage vieler Schlüsselkonzepte der aktuellen Entwicklungsbiologie, sondern auch Beiträge zur Erforschung der organischen Form außerhalb des englischen Sprachraums.