Bewertung:

Das Buch 'Performing the Archive' von Osthoff bietet eine innovative und vielschichtige Erkundung des Konzepts von Archiven in einer medialen Gesellschaft. Es präsentiert einen topologischen Ansatz zu verschiedenen südamerikanischen Künstlern und Theoretikern und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Archiven in den zeitgenössischen Medienwissenschaften. Der Text wird als konkret und zugänglich beschrieben und macht komplexes theoretisches Material leichter verdaulich.
Vorteile:⬤ Innovativer und provokativer Ansatz zu Archiven
⬤ gut recherchiert und integriert verschiedene südamerikanische Künstler und Theoretiker
⬤ verwendet einen topologischen Rahmen, der neue Einsichten bietet
⬤ klarer und zugänglicher Schreibstil
⬤ bereichert das Verständnis von Medienkunst.
Einige Leser könnten die unkonventionelle Präsentation als Herausforderung empfinden; die Tiefe und die Schichten von Informationen könnten für diejenigen, die mit theoretischen Texten nicht vertraut sind, überwältigend sein.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Performing the Archive: The Transformation of the Archive in Contemporary Art from Repository of Documents to Art Medium
Anstatt die gewalttätigen und ikonoklastischen Dimensionen der zeitgenössischen Kunst zu glätten, anstatt komplexe Kunstwerke zu säubern und sie im Hinblick auf archivarische Möglichkeiten gefügig zu machen, schlägt dieses Buch vor, unsere Fantasie von der Beherrschung der Repräsentation aufzugeben und in gleicher Weise auf das Archiv als Kunstwerk, auf „lebende“ Archive und auf Reenactments der Geschichte mit ihren nahtlosen Verbindungen zwischen Fiktion und Nicht-Fiktion zu reagieren. Zu den untersuchten Konzepten gehören die Techno-Imagination von Vilem Flusser, die partizipatorische Ästhetik von Lygia Clark und Helio Oiticica sowie die buchstäblichen Performances des Archivs von Paulo Bruscky und Eduardo Kac.
Sie tragen dazu bei, dass die früheren Grenzen, die Stabilität, die Funktion und die Bedeutung des Archivs erodieren. Indem sie neben den Künstlern und über sie schreibt, untersucht Osthoff das Archiv als mise-en-abyme, das zunehmend rekombinant und generativ wird. Simone Osthoff promovierte an der European Graduate School und ist außerordentliche Professorin für kritische Studien an der School of Visual Arts der Pennsylvania State University.
Sie ist Kunstkritikerin und Historikerin für zeitgenössische Kunst. Ihre zahlreichen Aufsätze, die sich mit Medienkunstpraktiken und Fragen der Geschichtsschreibung befassen, wurden international veröffentlicht und in über acht Sprachen übersetzt.