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Balmis Expedition: The Spanish Empire's War Against Smallpox
Während man sich oft an die Spanier erinnert, weil sie die Pocken und andere Krankheiten in die Neue Welt brachten, wird ihren Bemühungen um die Ausrottung einer der größten Todesursachen in der Geschichte der Menschheit wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Mitten in den Napoleonischen Kriegen finanzierte und entsandte König Karl IV.
eine humanitäre Mission, um alle kaiserlichen Kolonien in Lateinamerika und Asien zu impfen. Die 1803 gestartete Balmis-Expedition nutzte Edward Jenners neue Methode zur Impfung von Menschen gegen Pocken. Mithilfe einer menschlichen Gänseblümchenkette aus zwei Dutzend Waisenkindern gelang es Dr.
Francisco Balmis, das lebende Virus über den Atlantik und später über den Pazifik zu bringen. Obwohl sie Hunderttausenden von Menschen das Leben rettete, geriet die Geschichte der Expedition in den folgenden zweihundert Jahren weitgehend in Vergessenheit. Der wissenschaftliche Absolutismus, den die Mission verkörperte, indem sie alte Methoden und Heilmittel abschaffte, sowie ihre wirtschaftlichen Auswirkungen wurden von vielen Zeitgenossen abgelehnt.
Schließlich führte der Ausbruch der Revolutionen in der Region nur wenige Jahre später zu einer Neuschreibung der Geschichte, die zwangsläufig alle positiven Errungenschaften der Bourbonen eliminierte. Die Expedition wurde ein weiteres Opfer der Schwarzen Legende in der lateinamerikanischen Geschichtsschreibung. Eine Reise, die Jenner selbst einmal als "ein Beispiel so edler und umfassender Philanthropie" bezeichnete und die als Wegbereiter für künftige weltweite Bemühungen um die Bekämpfung von Krankheiten diente, geriet in Vergessenheit.
Dennoch hatte sie tiefgreifende Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Bemühungen um die öffentliche Gesundheit in der Region. Die Balmis-Expedition stellte ein perfektes Zusammentreffen der Lehren der wissenschaftlichen Revolution, der Aufklärung und des Absolutismus dar und überbrückte die Kluft zwischen dem mittelalterlichen und dem modernen öffentlichen Gesundheitsmanagement.