
Barbarism and Its Discontents
Barbarei und Zivilisation bilden eine der ältesten und rigidesten Oppositionen in der westlichen Geschichte. Gemäß dieser Dichotomie fungiert die Barbarei als negativer Standard, durch den die „Zivilisation“ ihre Selbstdefinition und Überlegenheit fördert, indem sie andere als „Barbaren“ abstempelt.
"Seit den 1990er Jahren und insbesondere seit dem 11. September sind diese Begriffe in der politischen und kulturellen Rhetorik des Westens immer beliebter geworden - eine Rhetorik, die die Welt in Kräfte des Guten und des Bösen einteilt. Die vorliegende Studie greift in diesen jüngsten Trend ein und hinterfragt die zeitgenössische und historische Verwendung des Begriffs „Barbarei“ mit dem Argument, dass die Barbarei auch ein störendes, aufrührerisches Potenzial hat.
Boletsi rekonstruiert die Barbarei als produktives Konzept und stellt fest, dass sie sich wie ein roter Faden durch die Werke der Literatur, Kunst und Theorie zieht. Indem er die Barbarei aus ihren konventionellen Kontexten herauslöst, gewinnt dieses Buch die Schärfe der Barbarei zurück und macht sie zu einem nützlichen theoretischen Werkzeug.