Bewertung:

Das Buch bietet eine kritische Analyse der BBC und untersucht ihre Rolle als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt und ihre Verbindungen zur politischen Macht. Es wird argumentiert, dass die BBC in der Vergangenheit elitäre Interessen begünstigt hat und in ihrer Berichterstattung nicht wirklich unabhängig oder unparteiisch war. Der Autor, Tom Mills, legt ein gut recherchiertes Plädoyer für die Notwendigkeit einer öffentlichen Kontrolle der BBC vor und macht sich Gedanken über deren Auswirkungen auf die Demokratie.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert und gut geschrieben, bietet es wertvolle Einblicke in die Geschichte und die Arbeitsweise der BBC.
⬤ Hält ein Gleichgewicht zwischen Kritik und Anerkennung der Leistungen der BBC.
⬤ Beschäftigt sich mit größeren systemischen Fragen und nicht nur mit spezifischen Fällen von Voreingenommenheit.
⬤ Empfehlenswert sowohl für Kritiker als auch für Befürworter der BBC.
⬤ Betont die Notwendigkeit von Reformen und öffentlicher Kontrolle, um demokratischen Interessen besser zu dienen.
⬤ Einige Leser bemängelten die fehlende Erwähnung der Finanzierungsquellen der BBC und die damit verbundenen möglichen Verzerrungen.
⬤ Das Buch könnte von Aktualisierungen hinsichtlich der jüngsten Ereignisse und der Auswirkungen der sozialen Medien profitieren.
⬤ Einige Kritikpunkte an der BBC scheinen übertrieben oder nicht ausreichend belegt.
⬤ Einige Leser fanden die Analyse der systemischen Voreingenommenheit weniger überzeugend, als sie in breitere Debatten überging.
(basierend auf 14 Leserbewertungen)
The BBC: Myth of a Public Service
Die BBC: das Sprachrohr des Establishments?
Die BBC ist eine der wichtigsten Institutionen in Großbritannien; sie ist auch eine der am meisten missverstandenen. Trotz ihres Anspruchs, unabhängig und unparteiisch zu sein, und der ständigen Vorwürfe einer liberalen Voreingenommenheit hat sich die BBC immer auf die Seite der Elite gestellt. Wie Tom Mills zeigt, bekommen wir nur die Nachrichten, die das Establishment öffentlich ausgestrahlt haben will.
Während ihrer gesamten Existenz war die BBC den Machthabern hörig. Das war 1926 der Fall, als sie sich während des Generalstreiks gegen die Arbeiter stellte, und seither hat die BBC die Stimmen derjenigen, die sich dem Status quo widersetzen, immer wieder zum Schweigen gebracht: 1984 die der Bergarbeiter, 2003 die der Kriegsgegner und seit 2008 die derjenigen, die Alternativen zur Austeritätspolitik anbieten. Von Anfang an wurde ein Großteil der Aktivitäten der BBC auf Einladung der Verantwortlichen von den Geheimdiensten überwacht. Seit den 1990er Jahren ist die BBC in den Markt integriert, während ihre Unabhängigkeit von der Regierung und dem Großkapital immer weiter ausgehöhlt wurde. Die BBC ist eine wichtige und zeitgemäße Untersuchung einer wichtigen öffentlichen Einrichtung, die ständig bedroht ist.