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What Reconstruction Meant: Historical Memory in the American South
Über die Erinnerung der Südstaaten an den Bürgerkrieg ist schon viel geschrieben worden, insbesondere über die Sichtweise, dass der Krieg eine tapfere verlorene Sache war. In diesem anspruchsvollen neuen Buch befasst sich Bruce Baker mit einem verwandten und ebenso wichtigen Aspekt des Gedächtnisses der Südstaaten, der von Historikern bisher nur am Rande behandelt wurde: Die Reconstruction. What Reconstruction Meant" untersucht, was weiße und schwarze Bewohner South Carolinas über die Geschichte der Reconstruction dachten und wie diese ihr Leben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte.
Baker befasst sich mit dem vorherrschenden weißen Konstrukt der "dunklen Tage der Reconstruction", das sowohl zur Beendigung der Reconstruction als auch zur Rechtfertigung von Jim Crow und der Entrechtung der Afroamerikaner im Süden beitrug und den Ton für die Darstellungen der frühen Historiker über die Reconstruction vorgab. Im Rückblick auf dieselbe Ära erinnerten sich Afroamerikaner und ihre Unterstützer an eine Zeit des Potenzials und der wiederzuerlangenden Rechte, die sie in ihrem anhaltenden Kampf für die Veränderung des Südens inspirierten.
Baker stützt sich auf eine enorme Bandbreite an Zeitungen, Memoiren, Korrespondenz und veröffentlichtem Material, um den komplizierten Prozess aufzuzeigen, durch den die Erinnerung an die weiße Vorherrschaft der Reconstruction in den 1890er Jahren an Bedeutung gewann, als sich Segregation und Entrechtung im Süden durchsetzten, und wie sie zu bröckeln begann, als die Bürgerrechtsbewegung an Fahrt gewann. Die Untersuchung der Erinnerung des Südens an die Reconstruction in all ihren Formen ist ein wesentliches Element für das Verständnis der Gesellschaft und der Politik des Südens im zwanzigsten Jahrhundert.