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The Letters That Never Came
The Letters that Never Came (Die Briefe, die nie ankamen) ist ein autobiografischer Roman in drei Teilen, der Rosencofs Aufwachsen im Uruguay der 1930er Jahre als Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer und seine zwölfjährige Gefangenschaft während der Militärdiktatur in seinem Land widerspiegelt.
Teil I ist eine reichhaltige Darstellung des Lebens in Montevideo Mitte der 1930er Jahre aus der Sicht des jungen Moishe. Jeden Tag wartet Moishes Vater auf den Postboten und hofft auf Nachrichten von seiner Familie, die von den Nazis gefangen gehalten wird.
Zwischen Moishes Erinnerungen finden sich die Briefe, die diese Verwandten hätten schreiben können - aber nie kamen. Im zweiten Teil wird Moishe in den Kerkern der Militärjunta, die Uruguay in den 1970er und 1980er Jahren regierte, gefangen gehalten. Gefoltert und ausgehungert, flüchtet er sich in die Welt seiner Fantasie und verfasst einen weiteren Brief, der nie ankam - einen Brief an seinen Vater, der seine eigene Suche nach Identität verkörpert.
Teil III ist vor allem eine Meditation über die erlösende Kraft des Wortes, des realen wie des imaginären. Dieses ergreifende, humane Werk, das ebenso uruguayisch und jüdisch wie universell ist, verbindet die Grausamkeit des Holocaust mit der des uruguayischen Militärs und den Widerstand der Opfer Hitlers mit seinem eigenen.