
Chlemoutsi Castle (Clermont Castel Tornese), NW Peloponnese: Its pottery and its relations with the west
Die Burg Chlemoutsi befindet sich im Nordwesten des Peloponnes (Griechenland). Sie wurde von den Franken nach dem Vierten Kreuzzug und der Gründung des Fürstentums Achäa erbaut.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts ging die Burg an Karl I. Tocco, Pfalzgraf von Kefalonia und Despot von Epirus, über.
Im Jahr 1428 ging sie an die Palaiologoi über und 1460 fiel sie an die Osmanen.
Nach dem Schicksal des Peloponnes blieb die Burg bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in den Händen der Osmanen, mit Ausnahme von etwa drei Jahrzehnten im späten 17.
und frühen 18. Jahrhundert, als Venedig die Osmanen als Herrscher des Peloponnes ablöste. Gegenstand dieses Buches sind die Töpferwaren von Chlemoutsi und ihre Diskussion und Interpretation.
Die Keramik stammt aus mehreren kleineren Ausgrabungen, die der griechische archäologische Dienst in den 1980er und 90er Jahren durchführte. Das hier untersuchte Keramikmaterial deckt eine lange Zeitspanne ab und bietet wichtige Belege für die in Griechenland zwischen dem 13. und dem 19.
Jahrhundert. Es liefert auch Informationen über die Geschichte von Chlemoutsi, die sich als besonders wichtig für die Zeit nach der osmanischen Eroberung (1460) erwiesen haben, da die Geschichte und die Rolle der Burg nach dem Ende der fränkischen Besetzung in der Literatur kaum bekannt sind.
Kennzeichnend für die Keramik von Chlemoutsi ist die kontinuierliche und bedeutende Präsenz italienischer Waren, und so befasst sich ein großer Teil der vorliegenden Untersuchung mit italienischen Keramikimporten - ein in der griechischen Keramikforschung bis heute relativ wenig erforschtes Thema.