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The Christian Structure of Politics: On the De Regno of Thomas Aquinas
Die christliche Struktur der Politik, die erste umfassende Monographie über Thomas von Aquins De Regno seit Jahrzehnten, bietet eine maßgebliche Interpretation von De Regno als Beitrag zu unserem Verständnis der Politik von Aquin, insbesondere der Beziehung zwischen Kirche und Staat. William McCormick argumentiert, dass Aquin in De Regno eine Via Media zwischen Augustinus und Aristoteles aufnimmt, indem er sich auf die menschliche Natur beruft, um die Politik als rational zu begründen, aber auch auf christliche Prinzipien, um die Politik zu begrenzen, sowohl wegen der Sünde als auch wegen des übernatürlichen Ziels des Menschen jenseits der Politik. Während andere die Abschnitte über das beste Regime, die Tyrannei und die Belohnung des Königs als unzusammenhängend ansehen, identifiziert McCormick eine dialogische Struktur des Textes - die dem Format der Streitfrage nicht unähnlich ist -, in der Aquin sowohl die Erwartungen an die beste Regierung mildert als auch eine spirituelle Diagnose der Tyrannei anbietet, die in einer scharfen Kritik der Zivilreligion und der politischen Theologie gipfelt.
McCormick stützt sich auf historische Forschungen zum Kontext von Aquin, insbesondere auf die von Anthony Black, Cary Nederman und Francis Oakley, aus denen er drei Themen entwickelt: die mittelalterliche Vorherrschaft des Königtums und der königlichen Ideologie, die Beziehung zwischen Kirche und Staat sowie die Überschneidung von lateinischem Christentum und griechisch-römischer Antike. Obwohl es sich dabei um uralte Themen handelt, hat die neuere Forschung in diesen Bereichen es uns ermöglicht, über vereinfachende Plattitüden hinauszugehen.
Für Wissenschaftler, die sich mit politischer Theorie und der Geschichte des politischen Denkens befassen, wird sich De Regno aufgrund des Zusammenspiels aristotelischer und augustinischer Elemente als faszinierend erweisen und die gängige Meinung widerlegen, dass Aquin einfach ein Aristoteliker war. De Regno enthält auch eine ausführliche Behandlung der Zivilreligion, eine der am stärksten historisch orientierten Diskussionen von Aquin über Politik.