Bewertung:

Das Buch bietet eine fesselnde Darstellung der Geschichte der Programmierung und ihrer Professionalisierung sowie der sozialen Dynamik, die die Computerindustrie von den späten 1940er bis zu den frühen 1970er Jahren beeinflusste. Während es wertvolle Einblicke bietet und Mythen über die Geschlechter in der Informatik in Frage stellt, wurde es wegen seines begrenzten zeitlichen Umfangs und des vermeintlich mangelnden Verständnisses von Softwaretechnik kritisiert.
Vorteile:⬤ Gut recherchierte historische Einblicke in die frühe Entwicklung der Computertechnik und des Programmierens.
⬤ Hinterfragt weit verbreitete Mythen über Geschlechterrollen in der Informatik und beleuchtet die Professionalisierung der Programmierung.
⬤ Mit faszinierenden historischen Anzeigen und Bildern zum Thema Informatik.
⬤ Spricht ein breites Publikum an, auch solche, die noch keine Leser sind.
⬤ Hält in seiner Berichterstattung kurz, endet um 1980 und verpasst wichtige Entwicklungen in den 1970er Jahren und danach.
⬤ Kritiker behaupten, dass der Autor ein falsches Verständnis für moderne Software-Engineering-Konzepte hat.
⬤ Begrenzte retrospektive Analyse, die sich in erster Linie auf die Perspektiven der frühen Computerfachleute konzentriert.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
The Computer Boys Take Over: Computers, Programmers, and the Politics of Technical Expertise
Die umstrittene Geschichte der Computerprogrammierer, die die Software entwickelten, die die Computerrevolution ermöglichte.
Dies ist ein Buch über die Computerrevolution in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts und die Menschen, die sie möglich gemacht haben. Jahrhunderts und die Menschen, die sie möglich gemacht haben. Anders als die meisten Geschichten über die Informatik ist es kein Buch über Maschinen, Erfinder oder Unternehmer. Stattdessen erzählt es die Geschichte der riesigen, aber weitgehend anonymen Heerscharen von Computerspezialisten - Programmierern, Systemanalytikern und anderen Softwareentwicklern -, die den elektronischen Computer von einer wissenschaftlichen Kuriosität zur bestimmenden Technologie der Neuzeit machten. Als die von ihnen entwickelten Systeme immer leistungsfähiger und allgegenwärtiger wurden, gerieten diese Spezialisten in den Mittelpunkt einer Reihe von Kritiken über die sozialen und organisatorischen Auswirkungen der elektronischen Datenverarbeitung. Für viele ihrer Zeitgenossen schien es, als würden die "Computerjungs" die Macht übernehmen, nicht nur in den Unternehmen, sondern auch in der Regierung, der Politik und der Gesellschaft im Allgemeinen.
In The Computer Boys Take Over zeichnet Nathan Ensmenger den Aufstieg des Computerexperten in der modernen amerikanischen Gesellschaft nach. Seine reichhaltige und nuancierte Darstellung der Männer und Frauen (eine überraschende Anzahl der „Computerboys“ waren tatsächlich weiblich), die ihre Karrieren rund um die neuartige Technologie der elektronischen Datenverarbeitung aufbauten, untersucht Fragen der Macht, der Identität und des Fachwissens, die in unserer zunehmend computerisierten Gesellschaft nur an Bedeutung gewonnen haben.
In seiner Neufassung des Dramas der Computerrevolution durch die Augen ihrer wichtigsten Revolutionäre erinnert uns Ensmenger daran, dass die Computerisierung der modernen Gesellschaft kein unausweichlicher Prozess war, der von unpersönlichen technologischen oder wirtschaftlichen Zwängen angetrieben wurde, sondern vielmehr eine kreative, umstrittene und vor allem grundlegend menschliche Entwicklung war.