
Depicting the Divine: Mikhail Bulgakov and Thomas Mann
Zwei der ikonischen Romane des zwanzigsten Jahrhunderts, Michail Bulgakows Der Meister und Margarita (1928-40) und Thomas Manns Joseph und seine Brüder (1933-43), beschäftigen sich beide mit religiösen Themen angesichts militanter, manchmal gewalttätiger kultureller Widerstände: Sowjetischer Kommunismus und nationalsozialistischer Antisemitismus.
Sie haben göttliche Figuren, Jesus und Jahwe, und stützen sich auf moderne Entwicklungen in der Bibelwissenschaft, indem sie die Heilige Schrift als literaturkritischen Text hervorheben. Doch wie Voronina zeigt, wenden Mann und Bulgakow eine bewusst widersprüchliche Erzählstrategie an, indem sie ihre göttlichen Protagonisten entmystifizieren und entsakralisieren, aber die Existenz des Transzendenten offen lassen.
Auf diese Weise wird der Zweifel sowohl zu einer Dramatisierung des Glaubens als auch zu einer Strategie der Annäherung an das Göttliche. Olga G. Voronina promovierte in vergleichender Literaturwissenschaft am University College London.
Sie hat an den Universitäten von Leeds, Nottingham, St. Andrews, der School of Slavonic and East European Studies am University College London und am University College Oxford gelehrt.