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The Conservation Movement: A History of Architectural Preservation: Antiquity to Modernity
Preisträger des Antoinette Forrester Downing Award 2016, verliehen von der Society of Architectural Historians.
In vielen Städten auf der ganzen Welt, insbesondere in Europa, bilden alte Gebäude einen herausragenden Teil der bebauten Umwelt, und wir halten es oft für selbstverständlich, dass ihr Beitrag an sich positiv ist. Wie kam es zu dieser weit verbreiteten Überzeugung, und ist ihre weitere allgemeine Akzeptanz unvermeidlich?
Sicherlich wurden antike Bauwerke in vielen Gesellschaften, einschließlich des klassischen Roms und Griechenlands, lange Zeit mit Sorgfalt und Ehrfurcht behandelt. Aber erst im modernen Europa und in Amerika wurde diese Sorgfalt in den letzten zwei Jahrhunderten zu einer kraftvollen, dynamischen Ideologie weiterentwickelt: einer "Erhaltungsbewegung", die von einem Gefühl des historischen Schicksals und des Verlusts durchdrungen war und paradoxerweise viele Merkmale der aufklärerischen Moderne teilte. Die enge Beziehung zwischen Denkmalschutz und moderner Zivilisation wurde in Zeiten des Krieges oder sozialer Umwälzungen am dramatischsten, beginnend mit der Französischen Revolution, und erreichte ihren tragischen Höhepunkt im Zeitalter des totalitären Extremismus des 20. Jahrhunderts; in jüngster Zeit ist die problematische Beziehung zwischen "Kulturerbe" und globalem Kommerz dominierend geworden.
Das neue Buch von Miles Glendinning stellt zum ersten Mal die gesamte Geschichte dieser architektonischen Erhaltungsbewegung dar, zeichnet ihre dramatischen Schwankungen in Bezug auf Ideen und Popularität nach und endet mit der Frage, ob ihr jüngster internationaler Aufstieg von Dauer sein kann.