
Matisse's Poets: Critical Performance in the Artist's Book
Henri Matisse nutzte während seiner gesamten Laufbahn die Bildsprache als Mittel zur kritischen Auseinandersetzung mit Poesie und Prosa verschiedenster Autoren.
Kathryn Brown bietet eine bahnbrechende Darstellung von Matisse' Position in den literarischen Strömungen im Frankreich des 20. Jahrhunderts und untersucht, wie die Lektüre das Werk des Künstlers in einer Reihe von Medien beeinflusst hat.
In dieser Studie wird argumentiert, dass das livre d'artiste zum bevorzugten Mittel wurde, mit dem Matisse die Literatur in sein eigenes Idiom einbezog und die zentrale Bedeutung seiner Ästhetik für die Debatten der Moderne über Autorschaft und Kreativität demonstrierte. Indem sie die kompositorischen und interpretatorischen Entscheidungen nachzeichnet, die Matisse als Maler, Grafiker und Leser im Bereich der Buchproduktion traf, bietet diese Studie eine neue theoretische Darstellung der Fähigkeit der bildenden Kunst, als eine Form der Literaturkritik zu fungieren, und erweitert die Debatten über die Vergeschlechtlichung der Bibliophilie des 20. Jahrhunderts.
Brown zeigt auch die Bedeutung von Matisse' Selbstpositionierung in Bezug auf den französischen Literaturkanon in dem aufgeladenen politischen Klima des Zweiten Weltkriegs und seiner Folgen. Durch die Kombination von Archivquellen, Kunstgeschichte und Literaturkritik bietet diese Studie eine neue Interpretation von Matisse' Künstlerbüchern und wird für Kunsthistoriker, Literaturwissenschaftler und Forscher im Bereich der Buchgeschichte und der Moderne von Interesse sein.