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The Dark Side of the Hive: The Evolution of the Imperfect Honeybee
Honigbienen werden als außerordentlich klug, gut organisiert, solidarisch, kooperativ, fleißig, effizient - kurzum als perfekte Gesellschaft beschrieben. Das Bienenvolk ist in der Tat ein Wunderwerk an harmonischer, effizienter Organisation, hat aber auch eine beträchtliche Schattenseite.
Die Autoren Robin Moritz und Robin Crewe schreiben über die Lebensgeschichte der Honigbiene Apis mellifera, wobei sie eher den Konflikt als die Harmonie, eher das Scheitern als den Erfolg aus der Perspektive der einzelnen Arbeiterin in der Kolonie hervorheben. Wenn man genau hinsieht, ist das Honigbienenvolk weit davon entfernt, perfekt zu sein. Wie jedes komplexe soziale System sind auch Honigbienengesellschaften anfällig für Fehler, Raub, Betrug und Sozialparasitismus.
Dennoch kommt der Bienenstock trotz vieler scheinbar merkwürdiger biologischer Merkmale bemerkenswert gut zurecht. Die Perfektion, die man in der sozialen Organisation der Honigbiene sieht, ist darauf zurückzuführen, dass man sich auf das Bienenvolk als Ganzes konzentriert, anstatt die Eigenheiten der einzelnen Mitglieder zu untersuchen.
In Die dunkle Seite des Bienenstocks liegt der Schwerpunkt also auf der Rolle des Individuums und nicht auf der des Kollektivs. Moritz und Crewe untersuchen die verschiedenen Karrieren, die einzelne männliche und weibliche Honigbienen einschlagen können, und ihre Rolle in der Organisation des Bienenvolkes. Der Wettbewerb zwischen den Individuen, die sowohl physische als auch chemische Kräfte einsetzen, treibt die Organisation der Kolonie voran.
In diesem Buch geht es um individuelle Fehler, Fehlanpassungen und evolutionäre Sackgassen, die ebenfalls zum Leben der Bienen gehören. Die Geschichte dieser Schattenseiten des Bienenvolkes umspannt das gesamte Spektrum der biologischen Disziplinen von der Genomik bis zur Systembiologie.