
The Dark Side of Genius: The Melancholic Persona in Art, Ca. 1500-1700
In The Dark Side of Genius untersucht Laurinda Dixon die "Melancholie" als philosophisches, medizinisches und soziales Phänomen in der Kunst der frühen Moderne.
Der Melancholiker, der einst als körperliche und psychische Störung galt, verband die positiven Aspekte von Genie und Zucht mit den negativen Eigenschaften von Depression und Besessenheit. Anhand von vier exemplarischen Archetypen - dem Einsiedler, dem Liebhaber, dem Gelehrten und dem Künstler - zeigt diese Studie, dass die Idee des entmutigten Intellektuellen trotz der Fortschritte in Kunst und Wissenschaft weiterhin metaphorisch als Ort für die Ängste und Spannungen der Gesellschaft fungiert.
The Dark Side of Genius identifiziert in einzigartiger Weise Anspielungen auf die Melancholie in Kunstwerken, die nie zuvor auf diese Weise interpretiert wurden. Es ist auch das erste Buch, das visuelle Bilder, Musik und Literatur in den sozialen Kontext integriert, in dem die melancholische Persönlichkeit lebt. Indem sie sich selbst als melancholisch bezeichneten, schufen und definierten die Künstler eine neue elitäre Identität; ihr Selbstwert hing nicht von adligem Blut oder materiellem Reichtum ab, sondern von Talent und Intellekt.
Durch die Manipulation von Stilelementen und Ikonographie sprachen Künstler von D rer bis Rembrandt ein frühneuzeitliches Publikum an, dessen Blick darauf geschult war, das unsichtbare innere Selbst durch äußere Erscheinungen und Anspielungen zu erkennen. Heute ist die melancholische Persona, die als Antwort auf die entfremdenden und entpersönlichenden Kräfte der modernen Welt geschaffen wurde, nach wie vor eine Verkörperung des zurückgezogenen, introvertierten Genies.