Bewertung:

David Broders Buch „Democracy Derailed“ bietet eine umfassende Untersuchung des Initiativ- und Referendumsprozesses in den USA und erörtert dessen Ursprünge, Auswirkungen und den Einfluss finanzieller Interessen. Obwohl es wertvolle Einblicke in die Nachteile des Systems bietet und die Notwendigkeit von Reformen aufzeigt, wird es wegen vermeintlicher Voreingenommenheit und mangelnder Ausgewogenheit der Argumente kritisiert.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert und bietet eine durchdachte Analyse des Initiativ- und Referendumsprozesses, indem es verschiedene Fallstudien präsentiert und beide Seiten zu Wort kommen lässt. Broder hebt wirkungsvoll die schädlichen Auswirkungen von Geld in der Politik hervor und kritisiert den modernen Einsatz von Initiativen als Instrument für wohlhabende Interessen und nicht für normale Bürger, wodurch ein nationaler Dialog über diese Themen eröffnet wird.
Nachteile:Viele Rezensenten kritisierten das Buch wegen mangelnder Ausgewogenheit und behaupteten, es stelle eine einseitige Sichtweise dar, die sich stark gegen Initiativen richte, ohne deren möglichen Nutzen anzuerkennen. Außerdem waren einige der Meinung, dass Broders Ansatz wichtige Aspekte des politischen Prozesses, wie die Rolle der gewählten Vertreter und die Auswirkungen der kalifornischen Verfassung, außer Acht lässt. Die Schlussfolgerungen des Buches wurden von denjenigen, die mit dem Thema vertraut sind, als ziemlich axiomatisch angesehen, da sie kaum neue Erkenntnisse bieten.
(basierend auf 11 Leserbewertungen)
Democracy Derailed
Jetzt im Taschenbuch: Wie Initiativen unsere Demokratie umgestalten und eine gefährliche neue Arena der Politik schaffen.
Wo früher die meisten staatlichen Gesetze von der Legislative verabschiedet wurden, entscheiden heute die Wähler in der Hälfte der Staaten und in Hunderten von Städten direkt über so brisante Themen wie Drogen, positive Diskriminierung, Kasinospiele, Sterbehilfe und Menschenrechte. Vorgeblich von der öffentlichen Meinung bestimmt, wird der Initiativprozess viel zu oft von Geldinteressen manipuliert, die oft von Millionären aus anderen Bundesstaaten finanziert werden, die ihre eigenen Ziele verfolgen.
In diesem höchst kontroversen Buch erklärt David Broder, der "Dekan des amerikanischen Politikjournalismus" (Brill's Content), wie eine Bewegung, die mit der Proposition 13 in Kalifornien begann, heute ein Multimillionen-Dollar-Geschäft ist, in dem Anwälte, Wahlkampfberater, Unterschriftensammler und Werbeagenturen ihr Fachwissen an Interessengruppen mit privaten Absichten verkaufen.
Mit einem neuen Nachwort, in dem die Ergebnisse der letzten Wahlen aktualisiert und das Potenzial für künftige Initiativen erörtert werden, nimmt Broder den Leser mit in das Herz dieser Kämpfe, indem er mit den Feldagenten, Lobbyisten, PR-Spinnern, Gewerkschaftsführern und Geschäftsführern spricht, die alle den politischen Prozess manipulieren können.