Bewertung:

Das Buch wird für seine tiefgreifende Erforschung von Kolonialismus, Kapital und Armut in modernen städtischen Kontexten, insbesondere in Bombay, hoch gelobt. Es wird als herausragendes wissenschaftliches Werk anerkannt, das kritische Einblicke in die sozioökonomische Dynamik der Stadt bietet, insbesondere in Bezug auf Krisen.
Vorteile:Eine gut geschriebene, aufschlussreiche Analyse des kolonialen Einflusses auf die Stadtentwicklung, die für ihre wissenschaftlichen Verdienste anerkannt ist und ein tiefes Verständnis für sozioökonomische Fragen vermittelt.
Nachteile:In den Rezensionen nicht erwähnt.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Making the Modern Slum: The Power of Capital in Colonial Bombay
Im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert wurde Bombay von Krisen wie Hungersnöten und Seuchen heimgesucht.
Doch anstatt den Kapitalfluss zu stoppen, dienten diese Krisen dazu, ihn zu sichern. Im kolonialen Bombay nutzten Kapitalisten und Gouverneure, indische wie britische, Krisenmomente, um Eingriffe zu rechtfertigen, die die Stadt als eigenständiges Objekt abgrenzten und Arbeiter und Migranten nach und nach von ihr ausschlossen.
Stadtplaner, Finanziers und Bauträger taten sich zusammen, um die Stadt als Raum für den Handel zu sichern, und kodierten Unterkunftsarten als legitim oder illegitim. Jahrhunderts entwickelte sich der Slum zu einer besonders nützlichen Stigmatisierungskategorie, die in den folgenden Jahrzehnten Stadtentwicklungsprojekte beflügeln sollte. Sheetal Chhabria verortet die Ursprünge des heute berüchtigten "Slum-Problems" in Bombay in der breiteren Geschichte von Kolonialismus und Kapitalismus.
Sie stellt nicht nur Annahmen über koloniale Urbanisierung und Städte im globalen Süden in Frage, sondern bietet auch einen neuen analytischen Ansatz für die Stadtgeschichte. Making the Modern Slum zeigt, wie das Wohlergehen der Stadt - und nicht das ihrer Bewohner - zu einem immer dringlicheren Ziel der Regierung wurde, indem landwirtschaftliche Notlagen, hungernde Migranten und arme Arbeiter als Bedrohung angesehen wurden, die es einzudämmen oder auszuschließen galt.