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The Emergence of Hybrid Grammars: Language Contact and Change
Kinder haben eine große Begabung für den Erwerb ihrer Muttersprache, und dennoch verändern sich Sprachen im Laufe der Zeit. Warum gibt es dieses Paradoxon? In seiner Studie über Kreolsprachen geht Enoch Olad Aboh dieser Frage nach und argumentiert, dass der Spracherwerb den Kontakt zwischen verschiedenen sprachlichen Teilsystemen erfordert, die in die hybriden Grammatiken einfließen, die die Lernenden entwickeln.
Es gibt keinen qualitativen Unterschied zwischen einem Kind, das seine Sprache in einer mehrsprachigen Umgebung lernt, und einem Kind, das in einer einsprachigen Umgebung aufwächst. In beiden Situationen lernen Kinder, mehrere sprachliche Teilsysteme zu beherrschen, die miteinander in Kontakt stehen und kombiniert werden können, um neue Varianten zu erzeugen.
Diese neuen Varianten sind Teil des Inputs für spätere Lernende. Als Beitrag zur Debatte über Spracherwerb und -wandel zeigt Aboh, dass Sprachenlernen immer unvollkommen ist: Die Motivation der Lernenden besteht nicht darin, die Zielsprache originalgetreu zu reproduzieren, sondern ein System zu entwickeln, das der Zielsprache nahe genug kommt, um erfolgreiche Kommunikation und Gruppenzugehörigkeit zu gewährleisten.