Bewertung:

Das Buch bietet einen umfassenden und fesselnden Überblick über die Pinkerton Detective Agency, untersucht ihre historische Bedeutung und Rolle in der amerikanischen Arbeits- und Industrielandschaft und stellt gleichzeitig eine Verbindung zur Popkultur her. Einige Leser finden jedoch den Schreibstil zu lehrbuchartig und die kleine Schrift schwer zu lesen.
Vorteile:** Qualitativ hochwertige Texte über die Pinkertons ** Gründliche Recherchen zu einem wenig bekannten Aspekt der US-Geschichte ** Zugänglich und informativ für Leser, die das Thema noch nicht kennen ** Verbindet die Pinkertons auf fesselnde Weise mit populären Kriminalromanen ** Bietet einen reichhaltigen Kontext ihrer Beteiligung an Industriestreiks und Arbeitskämpfen
Nachteile:** Einige Leser finden den Schreibstil zu trocken und lehrbuchartig ** Kleine Textgröße, die das Lesen erschwert ** Fehlende erzählerische Elemente; konzentriert sich mehr auf Fakten als auf das Erzählen von Geschichten ** Hält möglicherweise nicht das Interesse derjenigen wach, die eine fesselndere Erzählung suchen
(basierend auf 10 Leserbewertungen)
Inventing the Pinkertons; Or, Spies, Sleuths, Mercenaries, and Thugs: Being a Story of the Nation's Most Famous (and Infamous) Detective Agency
Zwischen 1865 und 1937 stand Pinkerton's National Detective Agency im Mittelpunkt zahlloser Konflikte zwischen Kapital und Arbeit, Banditen und Eisenbahnen sowie Streikenden und der Staatsmacht. Einige glaubten, die Detektive würden die Gesellschaft vor gefährlichen kriminellen Verschwörungen schützen.
Andere meinten, die bewaffneten Pinkertons seien ein Werkzeug des Kapitals zur Unterdrückung von Arbeiterwidersprüchen. Doch das Bild des Pinkerton-Detektivs inspirierte auch romantische und sensationslüsterne Romane, spiegelte die sich wandelnden Ideale der viktorianischen Männlichkeit wider und verkörperte eine besondere Art der rauen Grenzjustiz.
Inventing the Pinkertons untersucht die Entwicklung der Agentur als zentrale Institution in der Kulturgeschichte des amerikanischen Monopolkapitalismus. Der Historiker S. Paul O'Hara verwebt politische, soziale und kulturelle Geschichte, um aufzuzeigen, wie der in Schottland geborene Gründer Allan Pinkerton sich als Lieferant wertvoller (und oft falscher) Informationen für die Sache der Union einen Weg zu Macht und Einfluss bahnte. Während des Wiederaufbaus machte Pinkerton seine Agenten zu Ikonen von Recht und Ordnung im Wilden Westen. Schließlich verwandelte er seine Firma in eine mietbare Privatarmee im Krieg der Industrie gegen die Arbeiterschaft. Aus den Pinkertons, die als Informationsvermittler und Wächter von Postsäcken begonnen hatten, wurden bewaffnete Söldner, die Streikbrecher und Firmeneigentum vor wütenden Streikenden schützten.
O'Hara vertritt die Ansicht, dass die amerikanischen Kapitalisten die Pinkertons einsetzten, um neue Strukturen der wirtschaftlichen und politischen Ordnung durchzusetzen. Doch die Infamie des Pinkerton-Agenten gab auch Kritikern und Arbeitergemeinschaften einen Schurken an die Hand, gegen den sie ihren Widerstand gegen die neue industrielle Ordnung formulieren konnten. Letztendlich ist Inventing the Pinkertons ein fesselnder Blick darauf, wie die Geschichte des amerikanischen Kapitalismus, der Industriefolklore und des Nationalstaates zusammenlief.