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Invention of Martial Arts: Popular Culture Between Asia and America
Durch populäre Filme mit Bruce Lee in der Hauptrolle und Songs wie den Disco-Hit Kung Fu Fighting haben die Kampfkünste einen zentralen Platz in der westlichen kulturellen Vorstellungswelt eingenommen. Doch was wäre "Kampfsport" ohne die Explosion von Medientexten und -bildern, die ihn in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren einem breiten Publikum nahebrachten? In dieser Untersuchung der Mediengeschichte dessen, was wir heute als Kampfsport bezeichnen, vertritt der Autor Paul Bowman die kühne These, dass das Phänomen des Kampfsports in erster Linie eine Erfindung der Medien ist.
Anstatt passiv eine bereits existierende Geschichte von Kampfsportpraktiken aufzugreifen - von denen einige natürlich vor dem Boom der Kampfkünste in der Populärkultur entstanden sind - haben die Medien Bilder und Erzählungen über Kampfsport aktiv konstruiert. Auf der Grundlage eines historischen Überblicks über die britische Mediengeschichte von Kampfkünsten wie Bartitsu, Jujutsu, Judo, Karate, Tai Chi und MMA in einer Reihe von Medien wird in diesem Buch unser Verständnis von der Geschichte der Kampfkünste grundlegend neu gestaltet.
Durch die Verflechtung von Theorien wichtiger Denker der Geschichtsschreibung wie Foucault und Hobsbawm sowie von Saids Ideen zum Orientalismus mit Analysen von Mainstream- und marginalen Medientexten kommt Bowman zu der überraschenden Erkenntnis, dass die Darstellungen in den Medien die Kampfkünste hervorgebracht haben und nicht umgekehrt. Auf diese Weise vertieft er nicht nur unser Verständnis von Kampfsport, sondern zeigt auch die produktive Kraft medialer Diskurse auf.