
The Esoteric Tradition in Russian Romantic Literature: Decembrism and Freemasonry
Die europäische esoterische Tradition wurde im achtzehnten Jahrhundert von den Freimaurern nach Russland eingeführt und in der russischen romantischen Literatur des frühen neunzehnten Jahrhunderts fortgesetzt.
Die vorliegende Studie, die die von modernen Esoterikern entwickelten historiographischen Methoden mit formalistischen Methoden der Textanalyse verbindet, zeigt die Rolle dieser Tradition in der russischen romantischen Literatur auf. Sie befasst sich ausführlich mit dem Dekabrismus, der politischen Verschwörung, die nach ihrem gescheiterten Versuch, die zaristische Autokratie im Dezember 1825 zu stürzen, so bekannt wurde. Die dezembristischen Schriftsteller und andere von der Freimaurerei beeinflusste Romantiker, darunter Kondraty Ryleyev, Alexander Bestuzhev-Marlinsky und Alexander Pushkin, waren versiert in der Anwendung thaumaturgischer Fähigkeiten in der Literatur. Unter Thaumaturgie versteht man die Anwendung arkaner, zum Teil aus der Kabbala stammender Kenntnisse auf die Interpretation und Erstellung verschlüsselter literarischer Texte.
Die esoterische Tradition in der russischen romantischen Literatur befasst sich auch mit den Beziehungen zwischen dem russischen Nationaldichter und jenen Schriftstellern, die den ersten großen Versuch einer russischen Revolution unternahmen. Leighton betrachtet diese Beziehungen durch das Prisma okkulter Bilder, die in verschiedenen literarischen Werken verwendet werden, und erzählt eine fesselnde Geschichte politischer Intrigen und der Kommunikation durch Geheimcodes.