Bewertung:

Das Buch „The Evolution of Beauty“ von Richard O. Prum untersucht das Konzept der sexuellen Selektion in der Evolution und argumentiert, dass Schönheit und ästhetische Präferenzen, insbesondere die weibliche Partnerwahl, eine entscheidende Rolle bei der Evolution der Arten spielen. Der Autor kontrastiert dies mit der traditionellen Betonung der natürlichen Auslese und präsentiert eine Vielzahl von Beispielen aus der Ornithologie sowie Auswirkungen auf die menschliche Evolution.
Vorteile:⬤ Fesselnder und witziger Schreibstil, der komplexe Themen verständlich macht.
⬤ Bietet eine neue Perspektive auf die Evolution, indem es die Rolle der Ästhetik und der weiblichen Wahl hervorhebt.
⬤ Gut recherchiert mit zahlreichen Beispielen von Vogelarten, die die Argumente veranschaulichen.
⬤ Weckt das Interesse sowohl an Vögeln als auch an umfassenderen evolutionären Konzepten.
⬤ Hebt wichtige soziale Auswirkungen hervor, einschließlich feministischer Perspektiven zu Autonomie und Wahlfreiheit.
⬤ Einige Leser finden das Buch langatmig und ausschweifend, insbesondere die Teile, die sich mit den persönlichen Erfahrungen des Autors befassen.
⬤ Die zweite Hälfte des Buches geht in ein eher spekulatives Terrain über, für das manche Leser keine ausreichenden Beweise finden.
⬤ Kritiker erwähnen, dass der Text manchmal als herablassend oder übermäßig voreingenommen empfunden werden könnte.
⬤ Das Fehlen umfangreicher Zitate kann dazu führen, dass die Stichhaltigkeit bestimmter Behauptungen in Frage gestellt wird.
(basierend auf 115 Leserbewertungen)
The Evolution of Beauty: How Darwin's Forgotten Theory of Mate Choice Shapes the Animal World - And Us
Eine große Neuinterpretation des Wirkens der evolutionären Kräfte, die aufzeigt, wie Paarungspräferenzen - von Darwin als „der Geschmack für das Schöne“ bezeichnet - die außergewöhnliche Vielfalt an Ornamenten in der Tierwelt hervorbringen.
„Eine köstliche Lektüre, sowohl verführerisch als auch mutinous.... Minutiös, exquisit beobachtend, tief informiert und oft zärtlich sinnlich."-- New York Times Book Review
In den großen Hallen der Wissenschaft herrscht das Dogma vor, dass Darwins Theorie der natürlichen Auslese jeden Zweig des Lebensbaums erklärt: welche Arten gedeihen, welche sterben aus und welche Merkmale entwickeln sich jeweils. Aber kann Anpassung durch natürliche Selektion wirklich alles erklären, was wir in der Natur sehen?
Der Ornithologe Richard Prum von der Universität Yale, der Darwins Ansichten wieder aufgreift, ist anderer Meinung. Tief in den tropischen Dschungeln der Welt leben Vögel mit einer schwindelerregenden Vielfalt an Erscheinungsbildern und Balzverhalten: Keulenschwingen-Manakins, die mit ihren Flügeln singen, Große Argusfasane, die potenzielle Partner mit einem drei Meter breiten Kegel aus Federn blenden, die mit goldenen 3D-Kugeln bedeckt sind, und Rotkappen-Manakins, die einen Moonwalk machen. In dreißig Jahren Feldforschung hat Prum zahlreiche Merkmale beobachtet, die mit der Selektion für das individuelle Überleben nichts zu tun zu haben scheinen, wenn nicht sogar ganz im Widerspruch dazu stehen. Um dies zu erklären, kramt er Darwins lange vernachlässigte Theorie der sexuellen Selektion hervor, nach der die Partnerwahl aus rein ästhetischen Gründen - aus reinem Vergnügen - ein unabhängiger Motor des evolutionären Wandels ist.
Die Partnerwahl kann ornamentale Merkmale aus den Zwängen der adaptiven Evolution herauslösen, so dass sie sich immer weiter ausprägen können. Sie ist auch der Ausgangspunkt für sexuelle Konflikte, bei denen sich die sexuelle Autonomie der Frau als Reaktion auf die sexuelle Kontrolle durch den Mann entwickelt. Vor allem aber bietet dieser Rahmen wichtige Einblicke in die Evolution der menschlichen Sexualität, insbesondere in die Art und Weise, in der weibliche Vorlieben männliche Körper und sogar die Männlichkeit selbst im Laufe der Evolution verändert haben.
The Evolution of Beauty präsentiert eine einzigartige wissenschaftliche Vision, wie die Pracht der Natur zu einem umfassenderen Verständnis der Evolution und von uns selbst beiträgt.