
The Matter of Violence in Baroque Painting
Barocke Gewaltdarstellungen werden oft als "übertrieben" und "exzessiv" abgetan. Ihr materieller Reichtum und ihre aufregende visuelle Komplexität, zusammen mit dem viszeralen Engagement, das sie von den Betrachtern verlangen, werden in der Literatur gewöhnlich damit erklärt, dass sie die vermeintliche Gewalt der frühneuzeitlichen Gesellschaft widerspiegeln.
Dieses Buch untersucht die Überschneidung von Materialität, Exzess und Gewalt in der Malerei des 17. Jahrhunderts durch eine genaue Analyse einiger der ikonischsten Werke dieser Zeit.
Barocke Gemälde legen ihre Materialität offen oder verweisen auf sie, indem sie auf verschiedenen physischen Veränderungen bestehen, die durch Gewalt hervorgerufen werden. Diese Studie betrachtet Gewalt als ein Werk der Materialität, das das Potenzial hat, Bildoberflächen analog als körperliche Oberflächen zu inszenieren, wo Farbe zu gehäutetem Fleisch, Leinwandfäden zu zerrissener Haut und rote Farbe zu vergossenem Blut wird.