
The Women of Karbala: Ritual Performance and Symbolic Discourses in Modern Shi'i Islam
Das Gedenken an die Schlacht von Karbala, bei der der Enkel des Propheten Mohammad, Hosayn, und zweiundsiebzig seiner Familienmitglieder und Anhänger im Jahr 680 n. Chr.
den Märtyrertod erlitten, ist das zentrale religiöse Fest des schiitischen Islam. Obwohl viel über die Rituale zur Nachstellung und Verehrung von Karbala geschrieben wurde, hat bisher niemand die Teilnahme von Frauen an diesen Feierlichkeiten untersucht. Diese Sammlung von Originalaufsätzen eines multidisziplinären Teams von Wissenschaftlern analysiert die verschiedenen Rollen, die Frauen in den Ritualen von Karbala gespielt haben, sowie die unterschiedlichen Arten, in denen geschlechtsspezifisch kodierte Symbole in religiösen und politischen Diskursen verwendet wurden.
Die Autoren dieses Bandes betrachten Frauen als Teilnehmerinnen und Beobachterinnen der Karbala-Rituale im Iran, Irak, Libanon, Indien, Pakistan und in den Vereinigten Staaten. Sie stellen fest, dass die Erfahrungen der Frauen mit den schiitischen Ritualen je nach regionalen Bräuchen, persönlichen Vorlieben, religiösen Interpretationen, Volkskultur und sozioökonomischem Hintergrund von einer Gemeinschaft zur anderen sehr unterschiedlich sind.
Die Autoren untersuchen auch die Geschlechtersymbolik in den Ritualen und zeigen, wie sie die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verstärkt und gleichzeitig die zentrale Rolle der Frau im symbolischen Repertoire des Schiismus hervorhebt. Insgesamt kommen die Autoren zu dem Schluss, dass schiitische Rituale und Symbole zwar in gewisser Weise dazu dienten, die soziale Rolle der Frauen einzuschränken, dass sie aber auch dazu dienten, den Frauen ein Gefühl der Unabhängigkeit und Ermächtigung zu vermitteln.