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Community of the Cross: Moravian Piety in Colonial Bethlehem
Bethlehem, Pennsylvania, war eine einzigartige Kolonialstadt. Sie war der erste ständige Außenposten der Mährer in Nordamerika und diente als Hauptquartier für ihre umfangreichen Missionsbemühungen. Sie war auch eine der erfolgreichsten kommunalen Gesellschaften in der amerikanischen Geschichte. Bethlehem wurde als Kongregation des Kreuzes gegründet, in der alle Aspekte des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens dem religiösen Ideal der Gemeinschaft untergeordnet wurden. In Community of the Cross bietet Craig D. Atwood ein überzeugendes Porträt von Bethlehem und seiner Religion.
Besucher von Bethlehem, wie Benjamin Franklin, lobten das geordnete und friedliche Leben in der Gemeinde, ihre beeindruckende Architektur und ihre hohe Kultur. Viele Nicht-Mährer fühlten sich jedoch durch das soziale und religiöse Leben der Mährer belästigt oder sogar beleidigt. Die Verehrung des gekreuzigten Jesus, insbesondere seiner Wunden, stand im Mittelpunkt der intensiven Andacht von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen. Die Mährer verehrten den Heiligen Geist als Mutter, und sie machten die mystische Ehe mit Christus zum zentralen Element ihrer ehelichen Intimität. Alles, sogar das Familienleben, sollte eine Form der Anbetung sein.
Atwood zeigt die tiefe Verbindung zwischen dem Leben in Bethlehem und der religiösen Symbolik des umstrittenen deutschen Theologen Nikolaus von Zinzendorf, dessen provokante und erotische Verehrung der Wunden Jesu ein wesentlicher Bestandteil des privaten und gemeinschaftlichen Lebens war. Anhand der Theorien von Ren Girard, Mary Douglas und Victor Turner zeigt Atwood, dass es die Liturgie und Frömmigkeit der Mährer war, die die Gemeinschaft einte und sowohl ihre einzigartige soziale Struktur als auch ihre missionarischen Bemühungen inspirierte.