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The Genesis of the Symbolic
Die Kulturphilosophie von Ernst Cassirer ist in den letzten Jahren viel diskutiert worden. Es bleibt jedoch unklar, wie sie sich aus seiner älteren Erkenntnistheorie entwickelt hat. Die vorliegende Studie behandelt diese Frage auf der Grundlage von Cassirers „Disposition“ einer „Philosophie des Symbolischen“, die hier zum ersten Mal rekonstruiert wird. Dieser Text zeigt, dass sich das „Symbolische“ auf die Kultur als Ganzes und auf ihre inhärente Vielfalt bezieht.
Das „Symbolische“ umfasst also das Verhältnis zwischen den allgemeinen transzendentalen Bedingungen der Kultur und ihren empirischen Besonderheiten in Sprache und Sprachen, Kunst und Künsten, Mythos und Mythen, Wissenschaft und Disziplinen. Cassirer begreift diese empirische und spezifische Realität der Symbolisierung nicht in Abhängigkeit von vorbestehenden transzendentalen Bedingungen. Vielmehr geht er von der empirischen Vielfalt der Symbolisierungen aus und reflektiert über deren zugleich allgemeine und spezifische Bedingungen.
Damit begibt sich Cassirer auf einen Weg, den er in Kants Kritik der Urteilskraft vorgezeichnet findet: Er definiert 'das Symbolische' konsequent als Horizont eines auf empirischen Befunden beruhenden Reflexionsansatzes - und nicht als Grundlage einer systematischen Ableitung der Vielfalt der Kultur im Stile der idealistischen Tradition.