
Borrowing Credibility: Global Banks and Monetary Regimes
Länder mit glaubwürdigen Währungssystemen nehmen auf den internationalen Märkten zu niedrigeren Zinssätzen Kredite auf und sind weniger anfällig für Spekulationsangriffe und Währungskrisen. Während Wissenschaftler die Glaubwürdigkeit in der Regel inländischen Institutionen oder internationalen Vereinbarungen zuschreiben, argumentiert Jana Grittersov, dass die Eröffnung von Zweigstellen und Tochtergesellschaften renommierter multinationaler Banken mit Hauptsitz in Westeuropa oder Nordamerika die monetäre Glaubwürdigkeit eines Landes erhöht.
Diese Banken erhöhen die Glaubwürdigkeit, indem sie die finanzielle Transparenz im lokalen System fördern, die Qualität der Bankenregulierung und -aufsicht verbessern und als private Kreditgeber der letzten Instanz fungieren. Seriöse multinationale Banken bieten einen Durchsetzungsmechanismus für die veröffentlichte Wirtschaftspolitik und signalisieren den internationalen Finanzmärkten, dass sich die Regierung des Gastlandes für eine niedrige Inflation und eine stabile Währung einsetzt.
Grittersov untersucht die tatsächlichen Veränderungen im Regierungsverhalten von Ländern, die versuchen, auf den internationalen Finanzmärkten Legitimität zu erlangen, sowie die Art und Weise, wie sich die Wahrnehmung dieser Länder in Bezug auf multinationale Banken verändert. Neben einer quantitativen Analyse von über 80 Schwellenländern bietet sie ausführliche Fallstudien zum Aufbau von Glaubwürdigkeit in den Transformationsländern Osteuropas, in Argentinien im Jahr 2001 und in der globalen Finanzkrise von 2008. Grittersov beleuchtet die komplexen Wechselwirkungen zwischen multinationalen Banken und nationaler Politik, die den Prozess der finanziellen Globalisierung kennzeichnen, um die Bedeutung des Marktvertrauens in einer Welt des mobilen Kapitals aufzuzeigen.