Bewertung:

Das Buch untersucht die Vielschichtigkeit der Sucht und bringt sie mit emotionalen Traumata und gesellschaftlichen Verwerfungen in Verbindung, die durch Globalisierung und freie Marktwirtschaft verursacht werden. Alexander argumentiert, dass Sucht ein Bewältigungsmechanismus für einen Mangel an psychosozialer Integration ist, und stellt traditionelle Ansichten in Frage, die Sucht ausschließlich als moralisches Versagen oder als Krankheit definieren. Während das Buch für seine Tiefe und seinen interdisziplinären Ansatz gelobt wird, kritisieren einige Leser den Titel als irreführend und meinen, dass Alexanders Argumente komplexe Sachverhalte zu sehr vereinfachen.
Vorteile:Das Buch regt zum Nachdenken an, ist gut recherchiert und bietet eine einzigartige Perspektive auf Sucht als gesellschaftspolitisches Thema. Viele Rezensenten fanden es augenöffnend und informativ, mit wertvollen Einsichten, die konventionelle Ansichten in Frage stellen. Das Buch ist sehr empfehlenswert für Leser, die sich für die tieferen gesellschaftlichen Auswirkungen der Sucht interessieren, und es wird besonders für seine Zugänglichkeit für ein breites Publikum gelobt.
Nachteile:Einige Leser waren der Meinung, der Titel sei irreführend und die vorgestellten Hypothesen seien zu vereinfacht oder falsch. Kritisiert wurden die Unbestimmtheit von Alexanders Lösungsvorschlägen für die Suchtproblematik und das Fehlen einer umfassenden biopsychosozialen Perspektive. Außerdem wurde in einigen Rezensionen auf Probleme mit dem physischen Zustand des Buches hingewiesen.
(basierend auf 32 Leserbewertungen)
The Globalization of Addiction: A Study in Poverty of the Spirit
The Globalization of Addiction" präsentiert ein radikales Umdenken über das Wesen der Sucht.
Die wissenschaftliche Medizin hat in Bezug auf die Sucht versagt. Es gibt keine zuverlässigen Methoden, um sie zu heilen, ihr vorzubeugen oder ihr den Schmerz zu nehmen. Es gibt keinen dauerhaften Konsens darüber, was Sucht ist, was sie verursacht oder was dagegen getan werden sollte. In der Zwischenzeit nimmt sie weltweit weiter zu. In diesem Buch wird die These vertreten, dass die Ursache für das Scheitern der Suchtbekämpfung darin liegt, dass sich die konventionelle Sichtweise des 19. und 20. Obwohl sich die Sucht ganz offensichtlich in Einzelfällen manifestiert, ist ihre Prävalenz von Gesellschaft zu Gesellschaft sehr unterschiedlich. So kann sie beispielsweise in einer Gesellschaft jahrhundertelang recht selten sein, um dann häufig aufzutreten, wenn eine Stammeskultur zerstört wird oder eine hoch entwickelte Zivilisation zusammenbricht. Wenn Sucht in einer Gesellschaft alltäglich wird, werden die Menschen nicht nur von Alkohol und Drogen abhängig, sondern auch von tausend anderen zerstörerischen Dingen: Geld, Macht, dysfunktionale Beziehungen oder Videospiele. Eine soziale Perspektive auf die Sucht leugnet nicht die individuellen Unterschiede in der Anfälligkeit für Sucht, aber sie rückt sie aus dem Blickfeld, weil die sozialen Determinanten stärker sind.
Dieses Buch zeigt, dass die sozialen Umstände, die die Sucht in einem eroberten Stamm oder einer untergehenden Zivilisation verbreiteten, auch in der heutigen globalisierten Gesellschaft der freien Marktwirtschaft zu finden sind. Die freie Marktgesellschaft ist zwar äußerst produktiv, setzt die Menschen jedoch einem unwiderstehlichen Druck in Richtung Individualismus und Wettbewerb aus und reißt Reiche und Arme gleichermaßen aus den engen sozialen und spirituellen Bindungen, die das menschliche Leben normalerweise ausmachen. Die Menschen passen sich an ihre Entwurzelung an, indem sie den bestmöglichen Ersatz für ein tragfähiges soziales und spirituelles Leben finden, und die Sucht erfüllt diese Funktion nur allzu gut.
In dem Buch wird argumentiert, dass die wirksamste Antwort auf das wachsende Suchtproblem eine soziale und politische ist und nicht eine individuelle. Eine solche Lösung würde die Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Polizisten und Priester nicht arbeitslos machen, sondern ihre Arbeit in ein größeres soziales Projekt einbinden. Das Projekt besteht darin, die Gesellschaft mit so viel Kraft und Phantasie umzugestalten, dass die Menschen in die Lage versetzt werden, im täglichen Leben soziale Integration und Sinn zu finden. Dann hätten es viele von ihnen nicht nötig, ihre innere Leere mit Süchten zu füllen.