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The Grammar Rules of Affection: Passion and Pedagogy in Sidney, Shakespeare, and Jonson
Die Schriftsteller der Renaissance griffen bei der Darstellung emotionaler Erfahrungen gewöhnlich auf Redewendungen und Bilder aus dem Klassenzimmer zurück. Zu den denkwürdigen Beispielen für diese Tendenz gehören die Darstellung der Liebe als Schulübung unter dem disziplinierenden Blick der Lehrerin, die Melancholie als Prozess des allmählichen Verfalls wie die Deklination des Substantivs und das Werben als Praxis, bei der die Teilnehmer wie die Teile der Rede in einem Satz angeordnet sind.
The Grammar Rules of Affection erforscht diese Synthese von Affektivem und Pädagogischem in der Literatur der Renaissance anhand von Beispielen aus wichtigen Texten von Philip Sidney, William Shakespeare und Ben Jonson. Ausgehend von philosophischen Ansätzen zur Emotion, Theorien zur sozialen Praxis und der Geschichte der Bildung wird in diesem Buch argumentiert, dass Emotionen in der Literatur der Renaissance eher als konventionelle, regelgeleitete Praktiken denn als innere Zustände auftreten.
Diese Behauptung stellt einen neuen Ansatz in der historischen Erforschung von Emotionen dar und weicht von den Standardansätzen ab, die Emotionen entweder als körperliche Phänomene oder als mentale Zustände betrachten. Durch die Verbindung von Sprachphilosophie und Emotionstheorie versucht The Grammar Rules of Affection, diese dualistische Krux zu überwinden, indem es Emotionen in den Ausdrücken und Praktiken des Alltagslebens verortet.