
The Great Irish Famine: Visual and Material Cultures
Die große irische Hungersnot der 1840er Jahre hat die irische Kultur tiefgreifend beeinflusst, wie jüngste bahnbrechende historische und literarische Forschungen gezeigt haben. Weniger gut dokumentiert und erforscht ist jedoch die Beziehung zwischen der Hungersnot und den damit verbundenen Erfahrungen (Hunger, Migration, Vertreibung, Armut, Institutionen und soziales Gedächtnis) und den visuellen und materiellen Kulturen.
In diesem Buch soll untersucht werden, wie die materiellen und visuellen Kulturen Irlands und seiner Diaspora (einschließlich Malerei, Gravur, Fotografie, Devotionalien, Rituale, Theater, Film, Fernsehen und Graphic Novels) mit den vielfältigen Auswirkungen und Erfahrungen der Hungersnot zusammenhängen. Indem die Auswirkungen der Hungersnot in Irland, Nordirland und in der Diaspora über fast zwei Jahrhunderte hinweg nachgezeichnet werden, werden sowohl transgenerationale als auch transnationale Ansätze zum Thema kulturelle Erinnerung verfolgt. Das Interesse an der Hungersnot hat seit ihrem zweihundertsten Jahrestag eher zu- als abgenommen und hat im Zuge des jüngsten wirtschaftlichen Zusammenbruchs Irlands und der aktuellen internationalen Flüchtlingskrise, zu der häufig Parallelen gezogen werden, neue Bedeutung erlangt.
Dieses Buch erscheint inmitten der Dekade der Hundertjahrfeiern, einer Reihe von wichtigen Gedenkfeiern in Irland und Nordirland, die in der internationalen Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregt haben. Die Aufsätze stehen im Einklang mit den aktuellen Entwicklungen in der irischen Kulturgeschichte, dem Gedenken und der Erinnerung und bieten neue Ansätze für Studien zu Erinnerung und Materialität.