Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
The Foundations of Gentry Life: The Multons of Frampton and Their World 1270-1370
In The Foundations of Gentry Life untersucht Peter Coss die prägenden Jahre der englischen Gentry. Dabei erläutert er deren dauerhafte Merkmale während einer langen Geschichte als soziale Elite, darunter die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen und die Offenheit für den Aufstieg von unten.
Anhand des reichhaltigen Archivs, das die Multons of Frampton in South Lincolnshire hinterlassen haben, untersucht das Buch die materielle Kultur des Adels, sein Interesse an der Mode und seine Besessenheit von der Präsentation. Es widmet den Besuchern in ihren Häusern und den sozialen Beziehungen zwischen Männern und Frauen große Aufmerksamkeit. Coss zeigt, dass der Adelshaushalt eine gebildete Gemeinschaft innerhalb einer gebildeten lokalen Welt war, und er untersucht eingehend den Konsum von Literatur, wobei er der Unterhaltung im Haushalt besondere Aufmerksamkeit widmet.
Außerhalb ihrer Haushalte konnten die Adligen ihre Vormachtstellung in der lokalen Gemeinschaft durch ihr Engagement in der Kirche und die Verwaltung ihrer Güter behaupten. Coss behandelt die Beziehung zwischen Adel und Kirche sowohl in religiöser als auch in institutioneller Hinsicht und zeigt, wie die religiöse Praxis für den Adel ein Mittel war, um seine soziale Vorherrschaft zu behaupten, und er betrachtete die Kirche zunehmend als Karriereweg für seine Angehörigen. Ebenso wichtig war der Schutz der Ländereien, und juristisches Fachwissen wurde hoch geschätzt - es stellte somit ein wichtiges Mittel für den Eintritt in den Adel dar und bot auch für jüngere Söhne weitere Möglichkeiten.
Insgesamt zeigt Coss, dass der kulturelle Horizont des Adels im Wesentlichen lokal geprägt war. Dennoch gab es auch darüber hinausgehende Dimensionen, und das Buch schließt mit Beobachtungen darüber, wie nationale und ritterliche Belange mit den Rhythmen des regionalen Lebens interagierten.