
The Grounds of the Novel
Was begründet die fiktionale Welt eines Romans? Oder ist eine solche Welt auf eigentümliche Weise grundlos? In einer kraftvollen Auseinandersetzung mit den jüngsten Debatten in der Romantheorie untersucht Daniel Wright, wie Romanautoren mit dem ontologischen Status ihrer Werke rechnen.
Philosophen, die darüber debattieren, ob fiktionale Welten existieren, betrachten den Roman als ein ontologisches Problem, das es zu lösen gilt; Wright hingegen enthüllt den Roman als ein Genre immanenter ontologischer Kritik. Wright argumentiert, dass der Roman seine eigenen metaphysischen „Gründe“ durch die Figuration imaginiert, indem er das fiktionale Sein als selbstgenügsam, kohärent und lebendig begreift, anstatt der tatsächlichen Welt als existentiellem Anker verpflichtet zu sein.
Anhand philosophisch abgestimmter Lektüren von Romanen und Überlegungen zum schriftstellerischen Handwerk von Thomas Hardy, Olive Schreiner, Colson Whitehead, Virginia Woolf, Zadie Smith, Henry James und Akwaeke Emezi vermittelt Wright eine leidenschaftliche Vision des Lesens als Betreten ontologisch terraformierter Welten und der Literaturkritik als Betreten und Wiederbetreten des Romangrundes.