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The Heathen
Narcyza Zmichowska (1819-76) war die erfolgreichste polnische Schriftstellerin in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.
Was ihren Einfluss und ihre Popularität angeht, war sie die George Eliot der osteuropäischen Literatur, aber ihre Romane waren weniger im realistischen als im romantischen Stil geschrieben. Ihr Roman The Heathen, der hier in einer kristallklaren englischen Übersetzung von Ursula Phillips vorliegt, ist die Geschichte einer zum Scheitern verurteilten Liebesbeziehung zwischen Benjamin, einem jungen Mann aus einer armen, aber patriotischen Familie vom Lande, und Aspasia, einer femme fatale, die älter, schöner, weltgewandter und sexuell befreiter ist.
Im Laufe der Geschichte verliebt sich Benjamin in Aspasia, begleitet sie nach Warschau und erreicht unter ihrem Einfluss unglaubliche intellektuelle und berufliche Höhen - bis sie seiner überdrüssig wird und sich einen anderen Liebhaber nimmt. Aus Eifersucht ermordet Benjamin Aspasias neuen Liebhaber und flieht zu seiner Mutter aufs Land, wo er das ganze Ausmaß dessen erkennt, was er verloren und verraten hat. Daraus ergibt sich die grundlegende Spannung in diesem Werk, die durch die beiden Frauen repräsentiert wird, die um Benjamins Zuneigung konkurrieren: die Mutter, die die Selbstverleugnung und die Erlösung von der Sünde verkörpert, und Aspasia, die die Selbstverliebtheit und die Sünde selbst darstellt.
Der Roman untersucht nicht nur die Beschränkungen, die sie den Frauen im 19. Jahrhundert auferlegten, sondern auch das menschliche Glück und den damals noch zaghaften Impuls Polens zur Modernität.