Bewertung:

Das Buch von Brian Bauer bietet eine detaillierte Untersuchung des Inka-Ceque-Systems in Cusco und bietet eine umfassende Studie über seine Geographie, Verwaltung und kulturelle Bedeutung. Es stellt einen bedeutenden Beitrag zur Andenforschung dar und hebt sich von früheren Werken ab, die sich stark auf ethnohistorische Astronomie konzentrierten.
Vorteile:Das Buch ist reich an detaillierten Informationen über die Inka-Heiligtümer, einschließlich 128 Fotos, Karten und Tabellen, die das Verständnis verbessern. Bauers Text ist leicht verständlich, und es gelingt ihm, Feldforschung und Geschichtswissenschaft miteinander zu verbinden, so dass er eine ausgewogene Sichtweise bietet, die frühere begrenzte Perspektiven auf das Ceque-System in Frage stellt. Das Buch ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für Studenten und Wissenschaftler der Inka- und Andenkultur.
Nachteile:Zu bemängeln ist das Fehlen eingehender Erörterungen der astronomischen Aspekte und der zeitgenössischen Theorien über das Ceque-System, die ein umfassenderes Verständnis hätten vermitteln können. Einige Karten weisen Lücken auf, und der Anhang zu den Quechua-Namen wird als fragwürdig erachtet. Insgesamt ist das Buch zwar sehr wertvoll, könnte aber von etwas mehr Feldarbeit und der Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern profitieren.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The Sacred Landscape of the Inca: The Cusco Ceque System
Das Ceque-System von Cusco, der alten Hauptstadt des Inkareichs, war vielleicht das komplexeste indigene Ritualsystem im präkolumbianischen Amerika. Von einem Zentrum aus, das als Coricancha (Goldenes Gehege) oder Sonnentempel bekannt war, erstreckte sich ein System von 328 Huacas (Schreinen), die entlang von 42 Ceques (Linien) angeordnet waren, strahlenförmig auf die Berge, die die Stadt umgaben.
Dieses ausgeklügelte Netzwerk, das von Ayllus (Verwandtschaftsgruppen) unterhalten wurde, die den Schreinen in ihrem Gebiet Opfergaben brachten, organisierte die Stadt sowohl zeitlich als auch spirituell. Von 1990 bis 1995 leitete Brian Bauer ein großes Projekt zur Dokumentation des Ceque-Systems von Cusco.
In diesem Buch verbindet er umfangreiche archäologische Vermessungsarbeiten mit Archivrecherchen über die sozialen Gruppen der Inka in der Region Cusco, ihren Landbesitz und die Lage der Heiligtümer, um eine umfassende empirische Beschreibung des Ceque-Systems zu liefern. Weit über bisherige Interpretationen hinausgehend, konstruiert Bauer ein überzeugendes Modell der physischen Form des Systems und seiner Beziehung zur sozialen, politischen und territorialen Organisation von Cusco.