Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 3 Stimmen.
The Heroic Earth: Geopolitical Thought in Weimar Germany, 1918-1933
In The Heroic Earth argumentiert David T.
Murphy, dass geopolitische Ideen in Deutschland nicht während der NS-Zeit (1933-45), sondern in der demokratischen Kultur der Weimarer Republik (1919-33) am dynamischsten und bedeutendsten waren. Indem sie dazu beitrug, die deutsche Bevölkerung auf geopolitische Ideen zu konditionieren, die die Revision des Versailler Vertrags und die Vergrößerung des deutschen Lebensraums betonten, trug die Geopolitik zum nationalsozialistischen Imperialismus bei.
Von der Niederlage Deutschlands im Jahr 1918 bis zum Aufstieg des Nationalsozialismus im Jahr 1933 erfreuten sich Theorien des geografischen Determinismus in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens in Deutschland großer Beliebtheit. Die uralte Vorstellung, dass Umweltfaktoren - Klima, Topografie, Ressourcenverteilung - die Gesellschaft in signifikanter Weise prägen, wurde nun in einer radikal deterministischen Weise angewandt, um den Deutschen zu helfen zu verstehen, warum sie den Krieg verloren hatten und was sie tun mussten, um ihren Platz unter den Großmächten wiederzuerlangen. Unter dem Begriff Geopolitik vertraten Politiker, Lehrer, Schriftsteller und andere die Ansicht, dass der Schlüssel zur deutschen Vergangenheit und die Hoffnung für die Zukunft im Verständnis des bestimmenden Einflusses der Geografie auf Ethnien, Kulturen, Staaten und Kriege lag.
Theorien des geografischen Determinismus prägten das deutsche Denken über Politik, Ethnie, Wissenschaft, Bildung, Ästhetik und viele andere Themen am Vorabend der NS-Zeit. Im Gegensatz zur traditionellen Geschichtsschreibung argumentiert Murphy, dass die Geopolitik nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler an Bedeutung verlor.